erst mal JA !
Wärmeschutz im Altbau ist unbedingt sinnvoll!
Die genauen Maßnahmen muß man aber vor Ort festlegen, dafür ist das Forum zu "blind"
Zum Vollwärmeschutz: das ist in aller Regel die beste Maßnahme weil dadurch der allergrößte Teil der Wärmebrücken konsequent mit überdämmt wird, gleichzeitig wird damit die von Zeit zu Zeit sowieso notwendige Überarbeitung der Fassade mit erledigt. Beim Einbau neuer Fenster kann dann auch gleich der Fensteranschlag aus dem Dämmsystem gebildet werden, was nochmals eine technische Optimierung darstellt.
ABER: man kann mit dem WDVS nicht und NIEMALS eine schadhafte Wand im Sinne einer feuchten Wand einfach überdecken und verstecken sondern braucht als Basis eine grundsätzlich intakte Konstruktion.
Deshalb bitte vorher prüfen, ob der Schimmel im Altbau auf Wärme(Kälte)Brücken basiert oder eine konstruktive Ursache hat, die erst mal behoben werden muß.
Wenn der Schimmel auf Kältebrücken basiert ist der mit dem WDVS Geschichte, schließlich bleiben alle Innenflächen erheblich wärmer und somit weiter entfernt vom Taupunkt der Raumluft! Wenn man mit dem WDVS aber versucht, eine schadhafte Wand zu kaschieren wird das Problem sich wieder einen Weg bahnen, das sind dann die Fälle in denen die sogenannten "Ziegel"physiker" " auftrumpfen und damit ihre generelle Ablehnung derartiger Maßnahmen zu begründen versuchen ..... also bitte denen keine Munition liefern !
Zu den Fenstern: ja, wie oben schon geschrieben und erklärt, ist Fenstertausch und WDVS eine ideale Kombination.
Welches Material ist Glaubensfrage, Kunststoff ist erst mal pflegefrei, wenn schäbig geworden aber auch nicht mehr pflegefähig, Holz braucht ab und zu Pflege, bleibt dann aber sehr lange schön. Holz-Alu ist eine optimale Kombination aus natürlich und pflegearm, jedenfalls wenn es das Portamonnaie hergibt.....
Verglasung sollte den aktuellen Anforderungen entsprechen, es gibt ohne zu viel Aufpreis Glas-U-Werte von 0,7 .... das wäre eine gute Wahl wenn das Haus insgesamt energetisch ertüchtigt wird.
Insgesamt ist bei der Sanierung auf das angestrebte Energieniveau auch die Wohnungslüftung zu bedenken. Wenn es möglich ist eine kontrollierte Wohnungslüftung, möglichst zentral und mit Wärmerückgewinnung einplanen weil das jetzt fast perfekte Haus keine Fehler in der Luftdichtheit der Gebäudehülle mehr hat. Hier hab ich es mal ausführlicher beschrieben:
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Noch mal zu den Fenstern und deren Funktion im Altbau: früher waren die Fenster das mit Abstand schwächste Bauteil was den Energiekennwert anging. Dadurch dienten die Fenster automatisch als Kondensatoren für die Raumluft-Feuchtigkeit, wenn es zu feucht im Raum wurde, schlug sich das Wasser immer zuerst an den Fensterscheiben nieder und so wurde (ohne das direkt zu planen) verhindert, daß sich Feuchtigkeit in nennenswerten Mengen sonstwo in der Konstruktion anlagerte. Durch die allgemein besser werdenden Fensterwerte und aufwändigeren Konstruktionen ist es unterdessen so, daß die Glasscheiben nicht mehr diese Kondensator-Wirkung haben (das will ja auch keiner: beschlagene Scheiben) und somit andere vielleicht geometrische Wärmebrücken diese Funktion übernehmen. Dadurch entsteht dann der Schimmel in Raumecken etc. ........ man muß also so ein Haus gesamtheitlich betrachten und optimieren, damit man nicht in physikalische Fallen tappt
Gruß
Arno Kuschow