.......um da mal noch ein wenig hinzuzufügen: wir reden bei normalen Einfamilienhäusern und Erdwärme immer nur über die maximal 100 m tiefen Bohrungen bzw. andere weniger tiefe Wärmeerschließungen.
Ab hundert Meter gilt Bergrecht, das ist für den EFH-Nutzer uninteressant.
Um das mal feiner zu unterteilen:
1. Sondenbohrungen, eben bis zu hundert Metern Tiefe, je nach Heizlast werden auch mehrere Bohrungen in Serie hergestellt. Durch die Sonden fließt ein Frostschutzmittel das die Erdwärme annimmt und in der Wärmepumpe dann abgekühlt wird........ Vorteil ist die sehr gleichmäßige Wärmequelle, also seht stabile Quellentemperatur, auch für passive Kühlung gut geeignet, recht unabhängig vom Wärmeeintrag durch Regen etc. ....
2. Flächenkollektoren, hier wird im Garten in frostfreier Tiefe ein Rohrnetz gelegt, durch das ebenso wie im vorherigen Beispiel das Frostschutzmittel fliesst und dem Erdreich Wärme entzieht. ..... Vorteil: relativ unaufwändig herzustellen .... Nachteil: relativ platzaufwändig, die Kollektorfläche kann nicht überbaut werden weil der Wärmenachschub zum guten Teil durch Regeneintrag erfolgt, nicht so stabile Quelle wie Tiefenbohrung, deshalb zur passiven Kühlung weniger geeignet.
3. Grundwasser / Brunnen , in diesem offenen Kreislauf wird direkt das im Erdreich befindliche Grundwasser angesaugt und dessen Temperatur von der WP ausgenutzt. Vorteil ist, daß es einen Wärmeübergang weniger gibt als bei den anderen Methoden, von daher etwas bessere Quellentemperatur und Leistungszahl. Stabile Quellentemperatur ! ABER: großer Nachteil, die Wasserqualität muß diverse Parameter erfüllen, damit es wirklich auf lange Zeit funktioniert. Zum Beispiel bei eisenhaltigem Wasser geht es gar nicht, es fällt Eisenoxid aus und der Schluckbrunnen der das Wasser wieder aufnehmen soll verockert, setzt sich damit zu ....
4. Sonderformen der Flächenkollektoren, Wärmeentzugskörbe, Kapillarmatten etc. ...... Finger weg!!!

das sind in fast jedem Fall nur Tricks von Verkäufern die die notwendigen Nebenkosten schönrechnen wollen und so zum Kauf einer WP überreden...... wieso? Deshalb: Diese Wärmequellenerschließungen sind kleinformatig und brauchen deshalb nur wenig Erdarbeiten, ist also erst mal viel billiger, die können aber mit viel Rohr aus kleinem Erdvolumen viel Wärme herausholen........ aber nur bis die Wärme alle ist, und das ist schnell der Fall, die Wärme kann aus benachbartem Erdreich nicht schnell genug nachströmen, die Wärmequelle wird überlastet und bricht zusammen. Schon nach kurzer Zeit läuft die WP nicht mehr wirtschaftlich und die Wärmequelle wird auch dauerhaft zerstört weil sich beim auffrieren des Erdreichs um die Rohre herum Eis bildet, daß das Erdreich von den Rohren wegdrückt, später nach dem abtauen des Eises liegt das Rohr nicht mehr am Erdreich an, es findet keine vollwertige Wärmeübertragung mehr statt. Also noch mal: Finger weg von kleinformatigen Wärmeentzugssystemen, man bestraft sich langfristig selber
5. Bauteilaktivierung, Sonderfall bei Pfahlgründungen: da kann man statt der Sondenbohrung die Sonden mit in die Gründungspfähle einbetonieren, sehr effektiv wenn man sowieso Tiefgründungen machen muß, relativiert damit ein kleines wenig die exorbitanten Kosten......
6. Direktverdampfer ...... hier reden wir über den Sonderfall, daß kein Frostschutzmittel durch den Flächenkollektor fließt, sondern direkt das Kältemittel der WP, ein Wärmeübergang weniger, von daher theoretisch etwas bessere Leistung, kritisch ist, daß eine Kältemaschine vor Ort gebaut wird..............
Prinzip ist bei all diesen Wärmequellen, daß die Wärmepumpe die latent vorhandene Wärmeenergie der Quelle auf ein höheres nutzbares Temperaturniveau bringt. Dafür braucht die WP Strom als Hilfsenergie, wobei aus einem Teil Strom plus der Umweltwärme drei bis fünf Teile nutzbare Wärme werden und so der Stromeinsatz sowohl ökologisch als auch ökonomisch effektiv ist.
..........hoffe ich hab jetzt nicht mehr verwirrt als informiert
Gruß
Arno Kuschow