von hanszufall » 15.09.2010, 11:12
Zwischenbericht für Interessierte:
Kurzbericht zu meinem Solar-Luftkollektor (1,25mx2,00m Fläche)
Gebaut habe ich ab Okt. 2009 – März 2010, wenn die Lust da war - Zwischenanpassen am 29.12.2009 an die Hauswand. Dann warten bis es frostfrei Ende Februar war; dann Halterungen an die Außenwand und Löcher in die Hauswand gebohrt, geschnitten und mit Hammer und Meißel die Feinarbeiten, anschließend isolieren und regensicher abgedichtet. Vorher noch zwei kleine Fundamente für die untere Kollektorhalterung in die Erde eingelassen zwecks Entlastung der Klinkerwand. Der Kollektor ist bei der Größe 1,25m x 2,00m in Holz-Metall-Glasbauweise doch schwerer als erwartet. Und bei Sturm, den wir hier im Norden Nähe Ostsee öfter haben, will ich kein Risiko eingehen. Viel Zeit gelassen – keine Kälte- und Wasserbrücken konstruiert!!
Erster Lüfter war ein 220-V-Küchenlüfter aus Thermoplast, der hielt genau einen Tag, dann saß in der Wand ein unförmiger Plasteklumpen. Also Umstieg auf temperaturbeständigen Noctua-PC-120mm-12V-Lüfter mit 94m3/h Luftdurchsatz und schön leise.
In Betrieb seit 01.03.2010; zunächst 14 Tage auf Außenluft, dann Umbau auf Umluftbetrieb mit einem zweiten Lüfter unter dem Schreibtisch. Der schiebt die Wohnzimmerluft über den Kanal unten in den Kollektor. Dort heizt die Sonne bei optimalen Bedingungen die Luft auf ca. 85-110°C auf. Sie steigt wegen der Thermik sowieso auf. Oben saugt der zweite Lüfter die heiße Luft an und verteilt sie gleich aus der Wand fächerförmig ins obere Drittel des Wohnzimmers. So breitet sich die angewärmte Luft gleichmäßig und langsam aus. Und es zieht weder beim Ansaugen, noch ist oben ein enger heißer Luftstrom beim Austritt aus der Wand unangenehm zu bemerken. Das liegt an den beiden Noctua-Lüftern, deren Ventilatorblätter für diese fächerförmige oder trichterförmige Geschichte sorgen und außerdem ist der tiefe Ton dieses Ventilatortyps ideal (ich habe andere mit hohem Betriebston names "Viper" oder so ähnlich getestet). Sie sitzen beide sichtbar auf der Wohnzimmerinnenwand, sind mit derselben Wandfarbe wie die Tapeten gespritzt und deshalb unauffällig. Ein Kabelkanal vom oberen Lüfter zum Steuergerät unter dem Schreibtisch kaschiert alle Strippen vom Mess-Sensor im Kollektor und vom Lüfter zum 12V-Steckernetzteil. Größter Kritiker wie auch schon beim Hausselbstbau war und ist meine Frau. …und das Projekt hat mit nur wenigen kritischen Bemerkungen diese Qualikontrolle bestanden.
Also Gas gespart seit 01.März 2010. Das Frühjahr 2010 war ganz schön kühl. Am 28.06.2010 wurde es zu heiß im Wohnzimmer. Kollektor abgedeckt mit zwei Planen und Gurten und alles abgeschaltet. Seit 01.09.2010 wieder in Betrieb. Wenn die Nachmittagsaußentemperaturen bei 18°C liegen, ist es mit 24°C zu warm, also lüften und Türen zum Flur, Treppenhaus und zur Küche auf. Zweites "Nicht-Rechenbeispiel": Aussentemperatur 9-12°C, stürmisch, Wohnzimmer noch bei 17°C vom Vortag, Lüfter liefen ab ca. 12.00 Uhr bis ca. 18.00 Uhr mit Unterbrechungen, weil der Himmel am 18.09. sehr wechselhaft und von 9.30 Uhr(Einschaltzeit der Anlage) bis 12.00 Uhr völlig bedeckt war. Wohnzimmertemperatur um 18.00 Uhr (Auschaltzeit 18.30Uhr) bei 22°C--> o.k. Bisher habe ich noch keine Heizung gebraucht, obwohl mal ein sonnenloser Tag dazwischen war. Aber gut, die kühle Jahreszeit fängt ja gerade erst an. Zusammenfassung: Anlage läuft, ist preiswert und spart. Danke an den geistigen Vater Stefan Brandt. Lust auf weiteres preiswertes Sparen mit Sonnenenergie ist geweckt.
hanszufall