Hallo,
erst mal ist der bestandene Luftdichtheitstest eines der Stellrädchen bei der EnEV: das Kreuzchen an der richtigen Stelle und schon sehen die Werte besser aus ..... aber dann auch wirklich die Luftdichtheitsprüfung machen, ist sonst Betrug !
Der Hauptsinn der Prüfung ist tatsächlich, die Bausubstanz zu schützen vor Feuchtigkeitseintrag durch Konvektion. Deshalb sollte die sorgfältig luftdichte Ausführung & Überprüfung im Interesse aller am Bau Beteiligten sein für eine bauschadenfreie Konstruktion!
Der Test kann nicht direkt die Qualität der Dämmung prüfen sondern "nur" ob diese fachgerecht nämlich nicht luftdurchströmt eingebaut wurde, was aber für die Langzeitqualität der Dämmung (und des gesamten Hauses) sehr wichtig ist!
Der zweite Faktor ist dann wirklich der Energieverbrauch: eine undichte Gebäudehülle verliert über leckagebedingten Luftwechsel große Mengen Energie nach draussen die dann zusätzlich zum berechneten Heizwärmebedarf nachgeliefert werden muß, was bei korrekter Auslegung der Heizung dann schon dazu führen kann, daß die geforderten Innenraumtemperaturen nicht eingehalten werden können

, da kriegt dann gern der Heizungsbauer die Schuld, obwohl der alles richtig gemacht hat
Wenn man sich vorstellt, daß es noch normgerecht ist, wenn pro Stunde unter der geringen Druckdifferenz von 50 pascal das 3-fache Luftvolumen des Hauses nach draussen verloren geht samt der darin steckenden Heizenergie (ca. 1500 Kubikmeter Luft bei einem normalgroßen Haus) wird einem vielleicht klar, welche Energieverschwendung da stattfindet.
Bei einem Haus mit Lüftungsanlage darf die Leckagerate nur noch das 1,5-fache des Gebäudevolumens betragen, im Passivhaus wird ein Grenzwert von 0,6 gefordert.
In Fachkreisen setzt sich zunehmend der Ansatz durch, daß eine Leckagerate von höchstens 1,0 tatsächlich als Stand der Technik anzusehen ist. Die konservative Baulobby bremst da aber noch gewaltig, lässt die 300 % Luftverlust-pro-Stunde-Regelung doch einigen Pfusch zu, ohne daß es als Mangel gerügt werden kann
Natürlich darf man trotz luftdichter Bauweise bei Bedarf die Fenster öffnen, in meinen Augen darf ein gutes Energiesparhaus nicht "umerziehend" wirken sondern muß "Öko light" sein. Die absolut sinnvolle kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung gibt den Bewohnern die Möglichkeit, ständig gute Luft ohne große Wärmeverluste im Haus zu haben, das tatsächliche Lüftungsverhalten wird sich damit in kurzer Zeit vom gewohnten/anerzogenen Fensterlüften wegentwickeln, ohne daß man etwas anordnen muß oder gar nur Festverglasungen einbaut. Wer dann trotzdem ständig auch im Winter die Fenster aufreisst kann das machen, kriegt dann eben seine gerechte Strafe in Form höherer Energiekosten.
Fachleute für den Blower Door Test gibt es in einer bundesweit geführten Luftdichtheitskarte unter:
Links sind nur für registrierte User sichtbar. und auch ein nur darauf spezialisierte Forum:
Links sind nur für registrierte User sichtbar. Ich habe auf meiner eigenen Internetpräsenz auch etwas zur Luftdichtheit etc. geschrieben:
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Gruß
Arno Kuschow