von OliverTyphon » 31.08.2009, 10:19
Die Brennstoffzelle wandelt Wasserstoff mit Sauerstoff in Wasser um und lässt sehr viel Energie freiwerden, die man anschließend für etliche zwecke nutzen kann. Diese Reaktion ist vollkommen emissionsfrei und sauber, was sich sehr gut anhört.
ABER:
wasserstoff ist lediglich ein Energieträger und existiert in der Natur kaum. Man könnte jetzt meinen, dass es genug wasser gibt und dieses sich ja in wasserstoff spalten lasse. Obwohl das stimmt, benötigt man dafür theoretisch exakt die menge energie (im realfall natürlich noch einiges mehr) als jene, die bei der am anfang genannten Reaktion freiwird. Solange der Wasserstoff also nicht regenerativ, z.b. durch elektrolyse durch den strom von windkraftanlagen, gewonnen wird, ist die herstellung nicht sinnvoll. Zudem kommt noch, dass brennstoffzellen einen wirkungsgrad von gerademal 40% (Quelle: Links sind nur für registrierte User sichtbar. ) haben.
Ein weiterer grund gegen die brennstoffzelle ist die lagerung des wasserstoffs. dieser ist hochexplosiv und muss daher sicher gelagert werden. dies geschieht bei sehr hohen drücken (ca. 700bar). in der presse wird immer von der großen energiedichte des wasserstoffs von 33kWh/kg (Quelle: Links sind nur für registrierte User sichtbar. ) gesprochen, was im vergleich zum benzin 12,7kWh/kg sehr viel ist.
da du wahrscheinlich kein physiker oder ingenieur bist versuche ich dir das mal kurz zu erklären, was man unter energiedichte versteht. energiedichte meint "Energiemenge pro Masse". das heißt, dass ich mit einem kilogramm wasserstoff ungefähr dreimal so weit autofahren kann wie mit einem kilo benzin (33,3kWh ist ungefähr drei mal 12,7kWh). allerdings wird hier, selbst von fachleuten vergessen, dass der wasserstoff dabei ein anderes volumen ausfüllt.
bei der "Energiemenge pro Volumen" liegt der wasserstoff nämlich nur bei 2400kWh/m³ und benzin bei 8800kWh/m³, d.h. mit 1000l benzin komme ich 4 mal weiter als mit 1000l wasserstoff.
Aus diesen zwei gründen denke ich, dass der wasserstoff in naher zukunft keine lösung für die energiesorgen der menschheit darstellt. lediglich in Teilbereichen kann er eine zukunft haben (militärische anwendungen, luftfahrt, ...).
Jedoch ist die zukunft ein so dynamisches subjekt, dass wohl jede prognose ihre tücken aufweist.
Ich hoffe ich konnte dir helfen. Falls du eine wissenschaftlichere abhandlung darüber haben willst, dann können wir hier gerne diskutieren.
viele grüße
oliver