von lumino » 12.04.2011, 11:44
Gut ausgelegte Kollektoranlagen erzielen im Gebäudebestand einen solaren Deckungsanteil von 15 - 20% am gesamten Jahresheizwärmebedarf. Ohne den Hausstandort, die Dachneigung, die Dachausrichtung und Verschattungsoptionen zu kennen, lassen sich genauere Angaben nicht machen. Fest steht aber, dass mehr als 3.000 kWh Erdgas bei der Heizung sicher nicht einsparbar sind. Bei 7 Ct/kWh also ca. 210 €/a. Dafür lohnt sich m.E. der Aufwand einer heizungsunterstützenden Kollektoranlage nicht, selbst wenn dann auch das Warmwasser über solar und Erdgas statt über Strom erwärmt wird. Außerdem sind 20 m² Röhrenkollektor viel zu viel!! Man rechnet mit ca. 1,5 m² Absorberfläche je kW Heizlast, die bei dieser DHH Bj. 1996 (also WSVO 1995) sicher unter 10 kW liegt.
Was soll denn im Sommer (April bis September) mit dem ganzen heißen Wasser geschehen, das für die Heizung dann nicht mehr gebraucht wird?? Da kocht die Anlage vor sich hin, vor allem wenn man dann auch noch in den Ferien in Urlaub ist.
Wesentlicher interessanter ist eine reine und kleine Warmwassersolaranlage, die - je nach Tagesbedarf, Standort und Kollektorart - bei 4 bis 6 m² mit 400-l-Speicher liegt und hier den teuren Strom des Durchlauferhitzers (vermutlich 23 Ct/kWh) ersetzt. Bei 4 Personen und einem Deckungsgrad von 60% dürfte die Anlage an die 1.500 kWh Strom (von derzeit insgesamt 6.000) und damit 345 €/a einsparen. Und der Rest wird dann durch die Gasheizung gemacht.
Statt Geld in die Heizungsunterstützung zu stecken, würde ich sicher zuerst über Sparmaßnahmen nachdenken. Denn 15.000 kWh/a bzw. 120 kWh/(m²a) Erdgasverbrauch sind für eine DHH nicht wenig!
Alles oben Beschriebene sind nur grobe Anhaltspunkte und beruht auf Schätzungen. Um verlässliche Aussagen machen zu können, müssen viel mehr Details bekannt sein - und dann muss gerechnet (bzw. geplant) werden. Und das gibt's nicht "umsonst".