von stadelma » 21.10.2010, 19:45
Was ist Müll ?
ein Gemisch von Dingen die wir glauben nicht mehr zu gebrauchen und daher auf den Müll werfen. Die Gesammtheit der Dinge im Müll bestimmen den Heizwert des Mülls.
Was brennt denn da in der MVA?
Nur die organischen Fraktionen im Müll brennen. Das Metall mag schmelzen, Gestein verschlacken, aber brennen wird nur Müllmaterial welches aus organischen Fraktionen besteht.
Müll ist nicht gleich Müll:
es gibt Müll der brennt gut und Müll der brennt schlecht, der Heizwert ist angesprochen. Hats viel nicht brennbares drinn haben sie in der MVA Probleme. Hats anderseits viele Dinge drinn mit sehr grossem Heizwert haben sie auch Probleme, dann kriegen sie nämlich weniger durch pro Zeiteinheit weil die Dinger länger brennen. Aber Müll fällt mit sehr grosser Regelmässigkeit an und daher muss er vorallem weg bei der MVA. Ich behaupte Energie ist immer noch zweitrangig bei der MVA, sonst würden sich viele verantwortliche Leute anders verhalten...
Nun - die MVA - verbrennt Müll - es gibt Rauch und Asche und Schlacke und und und... zum Teil gefährliche toxische Dinge die man kostspielig nachbehandeln und mit grosser Sorgfallt entsorgen muss. Eine Rauchgasreinigung kostet sehr viel Geld und frisst fast immer das Geld aus der Energieerzeugung weg. Würde man Systeme ohne Verbrenne benutzen, zB eine Pyrolyse-, oder Ver- oder Entgasungsanlage, dann würde zB kein Rauch anfallen. Dito man bräuchte keine Betriebsmittel (Säure) mehr für die Behandlung der Produkte der Rauchgasreinigung. Es gäbe ein viel besseres Geschäftsergebniss.
Müll und Biogasanlage : Ja auch das gibt es, aber eben - die Biogasanlage, genau genommen die Bakterien in der Anlage, die Biologie genannt, könen nur organische Stoffen "fressen" und zu Biogas umwandeln (Stoffumwandlungsprozess) und so aus dem Müll Biogas machen.
Entfernt man vorher möglichst gut alle anorganischen Stoffe vom Müll (aussortieren) dann erreicht man heute Abbaugrade von bis zu 85% evt. und mehr in entsprechenden Technikumsanlagen. Der aneroben Vergährung folgt ein Aufbrechen der Restorganika in einem aeroben Verfahren mit Pilzen, gefolgt von einer zweiten aneroben Gährung. Die restlichen 15% des nicht Vergärbaren sind Forschungsbedarf.
Und dann wäre da noch ein ultrahochtemperatur Plasmaverfahren zu nennen. Man erzeugt ein Plasma, (Plasma ist ein Gas, das teilweise oder vollständig aus freien Ladungsträgern, wie Ionen oder Elektronen, besteht. Das Gas ist in seine Bestandteile „aufgeteilt“: Man kann es danach zB magnetisch beschleunigen und heitzt es so auf 5000 bis 10000 Grad Celisus auf. Mehrere solcher Plasmakanonen erzeugen ein sehr heisses Millieu in einem Reaktor. Unser Müll fällt nun von oben duch das sehr heisse Plasma - Millieu im Reaktor. Das organische Material (Plastik, Knochen, Fleischreste, Pflanzen, Klärschlamm, Chemikalien, Pharmazeutikas ...) werden in ihre Gasfraktionen zerlegt. Die innerten anorganischen Stoffe (Metalle, Gestein, ...) schmelzen und fallen in ein Wasserbad wo man sie nachher mit herkömmliche Verfahren trennt. Das interessante sind die heissen Produktgase. Diese müssen zuerst gekühlt werden. Es entsteht Dampf, der treibt eine Dampfturbine mit Stromgenerator. Dann werden die Produktgase gereinigt und einer Gasturbine zugeführt, Dies treibt einen Stromgenerator. Die heissen Abgase der Gasturbine erzeugen wiederum Dampf und dieser wird ebenfalls der Dampfturbine zugeführt. Durch diese kombinierten Zyklen kommt man auf bis zu 75% Wirkungsgrad. Das heisst in etwa mit 100 MW Brutto Energie im Gas bekommt man 75 MW elektrischen Strom. Man könnte damit etwa 80'000 Einfamilienhäuser mit Strom versehen.
Josef