Energie sparen durch gute Dämmung – auch auf Fenster und Türen achten

Jedes Jahr fallen Mieter und Eigentümer beim Blick auf die Betriebskostenabrechnung aus allen Wolken. Wieder wird eine Nachzahlung an den Versorger fällig oder die Öl- und Gasrechnung ist höher als im letzten Jahr. Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ist allein der Preis für Fernwärme, den private Haushalte im Mittel zu zahlen haben, zwischen 2006 bis 2016 um mehr als 4 Euro je GJ (1 GJ entspricht etwa 278 kWh) angestiegen. Damit hat Fernwärme im Jahr 2016 circa 8,5 Cent je kWh gekostet. Zum Vergleich: 2006 waren es noch circa 6,9 Cent. Eine Veränderung, die gerade in Jahren mit anhaltenden Minusgraden im Winter besonders stark spürbar werden.

Die Entwicklungen beim Erdgas und Heizöl lassen auf den ersten Blick Entspannung vermuten. Hier sind die Preise – zumindest im 10-Jahres-Zeitraum – kaum gestiegen bzw. beim Öl sogar gesunken. Diese Entwicklung ist allerdings in erster Linie der Tatsache geschuldet, dass der hohe Ölpreis stark gesunken ist. Über kurz oder lang werden Haushalte – egal, ob Mieter oder Eigentümer – nicht daran vorbeikommen, sich mit mehr Energieeffizienz zu beschäftigen. Mieter haben an dieser Stelle die schlechteren Karten. Wer im Eigenheim wohnt, kann dagegen durch bauliche Veränderungen direkt den Rotstift beim Energieverbrauch ansetzen – etwa durch eine bessere Dämmung von Fenstern und Türen.

Abbildung 1: Eine gute Wärmedämmung beschränkt sich nicht nur auf Decken und Wände – auch Fenster und Türen sollten dabei berücksichtigt werden.

Dämmung durch gute Fenster – was ist zu beachten?
Über Jahrhunderte wurden Fenster eher klein gehalten. Bereits damals war klar, dass jede Öffnung im Mauerwerk Wärme entweichen lässt. Diese Erfahrung spielte mit der Verfügbarkeit billiger Heizenergie keine Rolle mehr. Fenster wurden zunehmend größer und ließen mehr Licht in Innenräume. Seit Energie wieder teurer wird, entsteht hierdurch ein Problem. Über den Rahmen und das Fensterglas geht Wärme, also Heizenergie, verloren.

Für die Dämmeigenschaften sind zwei Werte von Bedeutung:

  • der U-Wert
  • der g-Wert.

Über den U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) werden Wärmeverluste – sprich der Wärmeübergang zwischen zwei Flächen – beschrieben. Bezogen wird der U-Wert immer auf einen Quadratmeter Fläche je Stunde, die Einheit lautet W/(m²K).

Der g-Wert ist ein Maß für die Durchlässigkeit des Fensters von außen für Sonnenstrahlen. Beide Werte verhalten sich umgekehrt zueinander. Während für die Dämmung ein niedriger Wärmedurchgangskoeffizient anzustreben ist, darf der g-Wert höher ausfallen.

Für die Dämmung ist nicht nur der Wärmedurchgangskoeffizient der Glasfläche entscheidend. Auch der U-Wert des Rahmens spielt eine Rolle – und trägt zum Gesamtergebnis bei. Moderne Mehrfachverglasungen mit Edelgasfüllung o. Ä. schirmen die Wärme gut gegen Verluste ab und sind Einfachverglasungen vorzuziehen. Tipp: In die Entscheidung sollte auch die Fensterlage einbezogen werden. Beschattete Fenster, die vielleicht sogar Richtung Norden liegen, benötigen bessere Dämmeigenschaften.

Dämmung durch Haustüren
Gerade in älteren Immobilien aus dem Bestand sind – neben den Fenstern – auch die Türen eine Quelle für Wärmeverluste. Die in den 1990er Jahren aufkommenden Kunststofftüren boten zum ersten Mal eine höherwertige Isolierung. Inzwischen hat die Industrie erkannt, dass sich mit dem richtigen Materialmix sowohl die Ansprüche in Bezug auf die Optik als auch das Thema Isolierung unter einen Hut bringen lassen.

Ein wichtiger Aspekt ist hier der Einsatz passender Materialien. Neben Kunststoffen, welche Türen kostengünstig machen, greifen Eigentümer seit einigen Jahren auch wieder zu Vollholztüren. Letzterer Naturstoff zeichnet sich durch seine besondere Haptik und die Materialeigenschaften aus. Ähnlich den Fenstern ist auch bei den Türen natürlich der U-Wert entscheidend. Eigentümer sollten Wert auf einen niedrigen Wärmedurchgangskoeffizienten legen.

Bei den Türen entscheidet über den U-Wert unter anderem der Glasanteil sowie die Ausführung des Türrahmens. Achtung: Eigentümer müssen bezüglich der Entscheidung nicht nur das Thema Wärmedämmung berücksichtigen. In den letzten Jahren rückt auch der Einbruchsschutz immer weiter in den Vordergrund.

Einzelmaßnahme vs. Komplettsanierung
Wer energieeffizient sanieren will, kann an:

  • Fassade
  • Haustür
  • Fenstern

ansetzen. Aber: Das Komplettprogramm wird nicht ganz billig. Allein die neue Türe kann – inklusive Ausbau und Entsorgung des Vorläufermodells – schnell mit einem mittleren vierstelligen Betrag zu Buche schlagen.

An diesem Punkt stellt sich natürlich die Frage, ob sich ein Rundumschlag überhaupt rechnet? Die Antwort hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend ist, wie dringend die Sanierung in den einzelnen Bereichen ist. Eine Haustür aus den 2000er Jahren muss 2017 ganz sicher noch nicht ersetzt werden.

Über den Austausch von Fenstern, die aus den 1980er Jahren stammen, ist in jedem Fall nachzudenken. Gerade wenn die einzelnen Bauteile einer Immobilie so weit auseinanderliegen, ist die Einzelmaßnahme sicher der beste Kompromiss. Sind:

  • Fassade
  • Haustür
  • Fenster

in etwa gleich alt, liegt die Entscheidung fürs Komplettpaket sicher nahe. Wie das Ganze finanzieren?

Wie lässt sich das Sanieren finanzieren?
Eine energetische Sanierung kostet Geld. Als Komplettpaket kommen schnell einige 10.000 Euro zusammen. Kaum ein Eigentümerhaushalt wird sich diese Summe aus dem Hemdsärmel schütteln. Prinzipiell lässt sich die Finanzierung über:

  • Bankdarlehen
  • Förderungen
  • Privatkredite

stemmen. Letztere können über spezielle Plattformen eingeworben werden. Ob das Finanzierungsprojekt Erfolg hat, ist allerdings nicht sicher. Banken haben im Juli 2017 laut Bundesbank allein im Bereich Wohnungsbaukredite mehr als 4,6 Milliarden Euro neu vergeben. Im Gegensatz zur klassischen Baufinanzierung haben Modernisierungskredite den Vorteil, dass sie mitunter nicht per Grundschuld besichert werden müssen.

Förderungen – wie jene der KfW – sind eine dritte Option, die mit niedrigen Zinsen und Zuschüssen punkten können. Zu beachten ist hier aber immer die Frage, ob angestrebte Maßnahmen am Ende auch förderfähig sind.

Abbildung 2: Moderne Fenster bieten heute eine gute Isolierung und eine Dreifachverglasung – so wird möglichst viel Wärme im Innenraum gehalten.

Fazit: Mit Tür- und Fensterdämmung Energie sparen
Das Thema Energie sparen hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Eigentümer älterer Immobilien können gerade durch den Austausch von Fenstern und Türen sinnvoll zu geringen Wärmeverlusten beitragen. Hierbei besteht das Ziel darin, einen möglichst niedrigen U-Wert zu erreichen. Wie die Maßnahmen im Einzelnen aussehen, lässt sich nur am Einzelfall entscheiden. Interessenten ist daher zu empfehlen, sich immer nach Experten umzuschauen, die in Bezug auf eine nachhaltige Dämmung beraten können.

Bildquellen:
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