Ich beschäftige mich zur Zeit mit der Berechnung von Energieausweisen.
Der Heizwärmebedarf lässt sich ziemlich gut mit den Stellschrauben Wärmedämmung und Wärmebrücken in den Griff bekommen. D.h. die spezifischen Transmissionswärmeverluste individuell verringern.
Die Nebenanforderung der EnEV ist somit "leicht" erreichbar.
Bei der Hauptanforderung kommt nun eine Schwierigkeit auf:
Der Primärenergiebedarf hängt nun mal hauptsächlich von der Anlagenaufwandszahl des Heizsystems an. Je ökoligischer/ökonomischer, desto geringer ist diese.
Fossile Brennstoffe (mit Brennwerttechnik) haben Werte größer 1, erneuerbare kleiner 1.
Dieser "entscheidende" Punkt müsste doch der Heizöl- bzw Heizgaslobby Kopfschmerzen bereiten, wenn dadurch deren Energieträger den Primärenergiebedarf stark in die Höhe treibt und somit gewisse Anforderungen an Höchstwerte nur schwierig erreicht werden können.
An einem Beispiel wollte ich ein bestehendes Gebäude sanieren: Baujahr 1970, Heizung wurde 2000 erneuert (Gas-Brennwert mit solarer Trinkwasserunterstützung). Ziel: Energiesparhaus (KfW 60 oder 40)
Die thermische Hülle zu ertüchtigen ist keine Hexerei, die Nebenanforderung dazu ist leicht erfüllt.
Vielmehr macht die Hauptanforderung, eben der Primärenergiebedarf Probleme, da die Anlagenaufwandszahl von ca. 1,1 einfach zo hoch ist, um die Maximalwerte einzuhalten.
Der Heizenergiebedarf ist (bei einer Probe-Variante) ca. 70 kWh/m²a. Deshalb kann eigentlich nur eine Anlagenaufwandszahl kleiner 1 den Primärenergiebedarf entsprechend drücken.
Und eine "Überdimensionierung" der Wärmedämmung, damit mit Müh und Not der Primärenergiebedarf trotzdem so weit runtergredrückt werden kann, finde ich für unwirtschaftlich.
Meine Frage nun: ist ein Energiesparhaus mit Gas-Brennwert eigentlich möglich/realistisch, wenn noch der Großteil der Immobilien auf diese Weise beheizt werden?
Und wie sollen nun die Immobilien zukünftig einen Energieausweis bekommen, wenn die geplante EnEV 2009 den Energiespar-Standard als EnEV-Standard ausweist?
Ich sehe da nur den einzigen Ausweg, auf erneuerbare Energie umzusteigen, wodurch die Gas-/Öllobby zu grunde geht. Das kann es doch nicht sein oder?
