Hallo allerseits,
ich möchte gern von meinem Standpunkt als Energieberater auf die Fragen kurz eingehen.
Eine Investition in Solarthermie lohnt sich grundsätzlich, denn es verbietet uns allein unser Gewissen, weiterhin Heizöl und Erdgas in gewohntem Maß zu "verschleudern".
Notwendig wird die Ausgabe
1. wenn ein Neubau ansteht, d.h. die Heizungsanlage komplett neu erstellt wird,
2. eine zwingende Sanierung der Heizungsanlage ansteht (z.B. Ölkessel zu alt und muss raus).
In diesem beiden Fällen, ist Solarthermie IMMER ein Muss.
Erstmal zu den Vorschriften, ohne gross ins Detail zu gehen. Gesetzesblätter wie die ENEV (ENergieEinsparVerordnung) und das für 2008/09 geplante Wärmegesetz deuten es an --> Erneuerbare Energien zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung werden zur PFLICHT.
Ein Hausneubau wird ohne einen Anteil von mind. 20 - 40 % EE (Erneuerbare Energien) keine Baugenehmigung mehr bekommen. Es wird Zeit und das ist alles längst überfällig. (meine Meinung)
Das Gesetz ist noch nicht fertig, war nur mal als Hinweis gedacht.
Kosten:
Eine Solarkollektoranlage mit ca. 8 m² Bruttokollektorfläche (ca. 4 Flachkollektoren), einem Puffer -oder Schichtenspeicher von mind. 500 - 700 Liter Volumen und die dazugehörige Pumpengruppe + Verrohrungen sind für ca. 4.000 - 5.000,-EUR zu haben. Noch c. 1.500,-EUR Installationskosten und fertig. (ich setze eine bereits installierte Verrohrung der bisherigen Heizungsanlage voraus)
Die Solarförderung vom Staat beläuft sich in diesem Fall auf 840,-EUR (105,-EUR / m² Kollektorfläche, Stand 11/2007), wenn die Solarwärme für Heizung und Warmwasser genutzt wird. Falls aus dem alten Öl-oder Gaskessel ein neue Brennwerttherme wird gibts noch 750,-EUR (Stand 11/2007) obendrauf.
Die KFW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) vergibt für solche Zwecke genügend "Zinsgünstiges".
Was kann man mit einer Solarthermieanlage sparen ?
Unsere hauseigene Heizungsanlage (Festbrennstoffkessel) ist von April bis September außer Betrieb. Der 2.000Liter-Schichtenspeicher ist randvoll mit warmem Wasser (50 - 80°C), gespeist von den Solarkollektoren (16 m²). In den Übergangszeiten geht die Ausbeute etwas zurück und in den harten Wintermonaten (Dez. +Jan.+ Feb.) kann kaum noch auf solare Erträge gehofft werden. Allerdings können Sie mit mind. 20-40 % Rückgang Ihrer herkömmlichen Brennstoffkosten (Gas/Öl) rechnen.
Wichtig: Der Speicher muss, wenn nicht gross genug, angepasst werden, denn wenn Sie die Wärme nicht auffangen können, geht ein grosser Teil verloren. (Faustformel: 50 Liter Speichervolumen pro m² Kollektorfläche). Das ist wie mit dem 10-Liter-Eimer, dessen Wasser Sie in den 5-Liter-Eimer kippen - da geht auch was daneben.
Ich antworte gern auf Ihre Fragen.
Viele Grüsse.
delta1