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Erfahrung Paradigma Pelletti III incl. Solar und Uni-Wok

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Erfahrung Paradigma Pelletti III incl. Solar und Uni-Wok

Hallo Leute,

nachdem ich mich vor 5 Jahren beim Austausch meiner Altheizung sehr schwer tat, solide Erfahrungen zu erhalten, wollte ich jetzt Suchenden ein paar Infos zukommen lassen, die mir
damals geholfen hätten.

Ofen : Paradigma Pelletti III 20 Kw für 2 Wohneinheiten - in Summe ca. 280qm Altbau, teilweise gut gedämt. 6 Personen.
Solar-thermie : 3x CPC 21 von Paradigma ~ 12qm - Südseite ca. 45° Schräge
Speicher : 800l
Frischwasserstation
Entnahmesystem : UNI-WOK (uniwok.de)
Inst.kosten : ca. 40k€

Entscheidungsgrund (persönliche (!) Überzeugung): Oel ist zu Schade zum Verheizen, Erdwärme ist Heizen mit Strom, bei Gas fühlte ich mich immer irgendwie ... "ausgeliefert".
Also Pellets probiert.

Erfahrungen:
Wir haben nie gefroren, kalt duschen nur bei 2x durch Ausfall Heizung.
Der Jahresbedarf liegt bei ca. 5 Tonnen (entsp. ca. 25.000 kWh)
Ascheentleerung alle 2 to (500 Betriebsstunden).
1x im Jahr Wartung durch Heizungsbauer (ca. 220,-) plus Schornsteinfeger.
(unkompliziert - im Schornstein ist weniger Dreck, als im Keller vor der Revisionsklappe)
Der Ofen bedarf immer einer "Beobachtung" (s.u.)
Wenn der Speicher für Warmwasser zur Neige geht, lädt er sich (natürlich) nicht so schnell auf, wie eine mit Gas betriebene Anlage. Das ist halt Physik.

Betrieb:
Den Speicher hatten wir kurfristig auf über 90° eingestellt.
Nach 2 Jahren war der Überdruckbehälter defekt und ein Sensor am Solarpanel defekt mit der Folge, dass auf dem Dach über 190°C (als Platzhalter für utopischen Wert - kann auch mehr gewesen sein) angezeigt wurden, mit der Folge, dass kein Wasser zum Speicher transportiert wurde und Wasser im Hochsommer durch die Heizung erwärmt wurde.
Kosten ca. 200,- Überdruckbehälter - wir fahren nur noch 80°C im Vorratspeicher.

Man kann erkennen, dass die begeisterte Behauptung, Röhrenkollektoren würden auch bei trüben Wetter Wärme gewinnen, korrekt ist. Die laufen dann bei ca. 35°. Das ist physikalisch faszinierend, für den Nutzer jedoch nutzlos. Erst ab über 50° würde Wärme vom Dach zum Speicher kommen.

Die Heizung läuft praktich von Oktober bis März - September und April so'n büschen - Mai bis August passiert nur SOLAR. An klaren Wintertagen kommen ca. 7kWh am Tag runter (entspricht ca. 1,5 kg Pellets). In den stärksten Monaten Mai und September bis zu 35kWh (also : 7kg). Im Hochsommer kann nicht so viel verbraucht werden, wie gesammelt wird. Deswegen kommen bei einer Reihe heißer Tage auch mal nur 10kWh am Tag runter, dann ist der Speicher voll.

Bei der Heizung ist ein Steuerungsmodul dabei, dass auch verschiedene Heizmodi erlaubt.
Es ist allerdings so unbedienbar, dass die Stärken nicht genutzt werden können. Einfache
Schnittstellen zum Rechner würden hier echten Komfort und Wirtschaftlicheit schaffen.
So ist es nur ... 70er.

Pelletlager:
Das Lager besteht aus einem abgetrennten Kellerraum 3 x1,5 x 2m. Es haben schon 4,3to reingepasst - manche Fahrer schaffen aber auch nur mit 4to.
Muss man es halt immer im Blick haben (wie Tankanzeige im Auto - zum Ende hin öfter).
Die UNI-WOKS sind grundsätzlich eine gute Idee, von der Ausführung jedoch Sch... - vom Optimum maximal entfernt.
Die Steuerung funktioniert - manchmal auch beim ersten mal.

Üblich ist folgendes Szenario:
Ruhe im Haus - die Saugturbine läuft (laut und ausdauernd), die UNI-WOKS von Hopf jedoch nicht.
Nach 15 Minuten - Ruhe für 30 Minuten, dann wieder Radau. Meinstens kommt dann auch UNI-WOK von Hopf ... manchmal auch nicht. Dann gibt es 'ne dritte und vierte Runde.
Zwischenzeitlich mussten 2 von 4 Relais getauscht werden. Das fehlende Austragen führte zum Stop der Heizung -> kalt duschen an einem Sonntagmorgen.

Pelletlieferanten
Immer Maximum bestellen - damit das Lager auch voll wird.
Immer 3 Wochen vorher bestellen - vorher haben die es nie geschafft.
Bedarf läßt sich ganz gut über die Betriebsstunden ausrechnen. (Wenn man die aufschreibt)
Nur einmal hängen gelassen (Wollte mir die Insolvenz nicht zugeben - kann ich verstehen, war trotzdem ärgerlich)


Was stört mich - was würde ich anders machen.

Von Hopf gibt es gar keine substanziellen Informationen zu deren UNI-WOKS. Sie verweisen auch nur auf den HB. Die Dinger würde ich nicht noch mal verbauen lassen. Die 3k€ für 4 WOKs und 4 "Blindwoks" kann man besser verwenden.
Da man am Ende sowieso Pellet schieben und das Lager mit Industriesauger aussaugen muss, würde ich einen ebenen Boden anlegen - min ca. 10cm über Bodenniveau, dann hat man auch keine Last, wenn mal Wasser woher übergeschwappt ankommt - eine kleine Senke in der Mitte und dort eine einfache Saugsonde anbringen. Fertig - und Raum für eine Extratonne gewonnen.

Bei Paradigma stört mich, dass die zwar in ihren Anlagen Datenaufzeichungen integriert haben, diese jedoch dem Nutzer nicht zur Verfügung stellen. Das empfinde ich als kleinlich. Mich interessiert schon, was die Anlage treibt. Es würde auch die Fehlerbehebung erleichtern (für alle).
Die Kommunikation ist zwar besser als bei Hopf (Uni-WOK), aber auch eher schwach. Es wird auch hier letztlich nur auf den Heizungsbauer verwiesen.

Bei den Solarpanel würde ich darüber nachdenken, ob man diese nicht steiler aufbaut. Evtl. gewinnt man dadurch im Winter und kommt im Sommer aus dem Zenit.
Andererseits: Was passiert bei Sturm?!
Wie gesagt: Müßte man probieren.

Die Stürme der letzten Jahre mit erheblichem Sommer-Hagel, haben mir Dachsteine vom Dach geweht. Die Kollektoren jedoch sind intakt geblieben. Das ist ja auch beruhigend.

Fazit:
Mit Pellet und Solar-Thermi spart man kein Geld. Das ist Fakt.
Jedoch sind mir die Gründe, "Unabhängigkeit" und "Öko-Bilanz", durchaus gleichwertig zur einzigen (Achtung ! persönliche Meinung) wirklichen Alternative GAS.
Wer kein Problem hat, seine Anlage im Auge zu behalten und aktiv zu betreiben, kann das machen. Wer das nicht möchte, bleibt lieber beim Gas - wenn es verfügbar ist.
Paradigma - kann man machen, andere kenne ich nicht.
Hopf - UNI-WOK : Würde ich die Finger von lassen.
Solar ... ? - Ja, mei - iss wie DVD im Auto; braucht man auch nicht, ist aber irgendwie erklärbar.

Von den Herstellern würde ich mir einen eher kooperativen Kommunikationsstil wünschen.
Mit dem Heizungsbauer bin ich sehr zufrieden.
Als Add-On würde ich mir eine Unabhängigkeit vom Stromnetz wünschen. Wenn der Strom mal weg ist, steht die ganze Anlage. Ist ja auch irgendwie blöd.
Also Betrieb mit "Reservebaterie" - im Ideal mit Photovoltaik kombiniert.

Fragen ? - Gerne.
Andere Meinung ? - akzeptiere ich.
Ich habe mich irgendwo geirrt oder etwas "falsch" wiedergegeben ? - Vermutlich.
Nordic
Ist neu hier!
 

 


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