von Solarier » 24.04.2011, 07:07
Zunächst sind 15 kWh/qm/p.a. nicht der zwingend vorgeschriebene Wert für sogenannte Passivhäuser. Dieser kann auch bei 30 kWh liegen. 15 gilt für den "Darmstädter Standard".
Leider wird bei der Werbung viel zu selten der Standort betrachtet und hierbei spielt nicht nur das regionale Klima (Temperaturen, Solarstrahlung), sondern auch die ganze genaue Umgebung eine wichtige Rolle. Ist die Ausrichtung der Fensterfront nicht genau südlich oder diese gar durch Wald, Hügel oder Häuser verschattet, kann im Winter auch nicht viel Sonnenstrahlung "passiv" genutzt werden, wie bei einem optimalen Standort.
Weiterhin nimmt das jeweilige Wetter großen Einfluss und in vielen Gegenden Deutschland waren die beiden letzten Winter relativ lange und sehr kalt - auch wenn seit März 2011 hier fast Frühsommer herrscht. Ob das supergedämmte Passivhaus einen 0°-Wintertag oder einen -20°-Tag mit oder ohne Sonnenfang erlebt, spielt logischerweise eine große Rolle.
Ganz nebenbei haben die Bewohner, durch Ihr Verhalten, auch großen Einfluss auf den Wärme- und Energiebedarf. Ob ein Auto 5 oder 8 l Sprit verbraucht, hängt ja auch zum großen Teil vom Fahrer und der Strecke ab...
Genau wie bei einer Solarstromanlage kann man das Ergebnis eines einzigen Jahres nicht beurteilen, sondern muss den Durchschnitt vieler Jahre sehen.