Dany hat geschrieben:.......Ich habe das ganze so verstanden das ein KfW55 Haus nur noch 55% der vorgeschriebenen Primärenergie pro m² verbraucht laut ENEV 2009. Also sprich 55% der Energie pro m² eines vergleichbaren Norm-Neubaus.......
Das mit den Prozenten bezogen auf den EnEV-zulässigen Verbrauch hatte ich ja schon geschrieben. So ist die aktuelle Definition.
Aber Vorsicht mit dem innerhalb eines Satzes durcheinanderwerfen von "Primärenergie" und "Energieverbrauch"!
Die Primärenergie ist eine politisch gewollte theoretische Größe bei der der errechnete Verbrauch mit einem Öko-Faktor multipliziert wird, je nach momentaner Sichtweise auf die jeweilige Energieform - da ist richtig Sprengstoff drin!
Tatsächlich bezahlen muß der Verbraucher / Hausbesitzer nämlich die Endenergie die er verheizt!
Beispiel: Pellets oder sonstige Holzbrennstoffe haben teilweise einen "politischen Primärenergiefaktor" von 0,2, also wird der tatsächliche Energiebedarf mit dem Faktor 0,2 multipliziert: Aus 15.000 kWh werden plötzlich 3.000....
das sieht auf dem Papier toll aus - bezahlen muß man aber trotzdem Pellets mit einer Heizleistung von 15.000 kWh wenn man das Haus warm bekommen will.
Als Tip: erst mal auf die Werte der Gebäudehülle achten im Energieausweis und auf die Werte die vor Ansatz des Primärenergiefaktors stehen - da kann man eher etwas über die Qualität des Gebäudes erfahren.
Leider werden immer noch in Größenordnungen relativ schlechte Häuser über die Primärenergiefaktoren zu Effizienzhäusern geschönt, die dann aber in der finanziellen Abrechnung des Verbrauchs dem Anspruch nicht standhalten.
Gruß
Arno Kuschow