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Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung




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Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung

Beitragvon bob » 09.01.2007, 15:00

Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung sind eine vorteilhafte und gerade in der Niedrigenergiebauweise wichtige Lösung für die Wohnraumlüftung.

Wer selten das Haus lüftet (man kann ja nicht an alles denken :lol: ) sorgt automatisch für eine hohe Luftfeuchtigkeit und dies kann zu Schimmel führen.

Ein solches Lüftungssystem sorgt für ausreichend Luftbewegung und erwärmt gleichzeitig die Frischluft.

Jetzt stellt sich nur die Frage, ob mit diesem System auch Energiekosten gespart werden können :?:
bob
Moderator
 

Beitragvon energystar » 19.01.2007, 06:11

Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung sind teuer und rentieren sich wirtschaftlich nicht. Würde sagen, reiner Luxus.

Sinnvoll sind dagegen Abluftanlagen mit einer bedarfsgerechten Regelung. Diese sorgen für einen Luftaustausch entsprechend dem Bedarf (z.B. Führungsgröße Feuchtigkeit) und sparen gegenüber der Fensterlüftung ebenfalls Heizenergie ein. Diese Anlagen sind aber ca. um den Faktor 4 günstiger als Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung.
energystar
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Beitragvon bob » 21.01.2007, 16:36

Hi energystar,

erstmal willkommen hier bei uns.
Danke für deinen Tipp.
Dieses System hört sich auch sehr interessant an und ist sicher auch einfacher in das Gebäude zu integrieren.
Hast du vlt. mal einen Linktipp, so dass ich mich etwas genauer informieren kann?
bob
Moderator
 

Beitragvon energystar » 21.01.2007, 20:19

ich kann Links sind nur für registrierte User sichtbar. empfehlen, demnächst mit einer besseren Seite. Bestelle dort die Broschüre "WohnFühlKlima" mit einer sehr schönen und anschaulichen Beschreibung der Wohnungslüftung.
energystar
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Beitragvon Katja » 20.02.2007, 20:23

Hallo Energystar,

Ich möchte gerne auf Deine Aussage Lüftungsanlagen sind zu teuer eingehen.
Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung sorgen immer für frische Luft in allen bewohnten Bereichen für hohes Wohlbefinden und steigern dadurch meiner Meinung nach den gesamten Wohnwert. Gesundes Raumklima ist nicht nur bezahlbarer Luxus, sondern auch eine sinnvolle und langfristige Investition. Ein großer Teil des Lebens wird in den eigenen 4 Wänden verbracht. Zum Vergleich kann man einen Autovielfahrer nennen, für den ein Kleinstwagen wohl kaum in Frage kommen wird, da ergonomische Autositze, eine robuste Karosserie, ein entprechendes Fahrwerk, sowie der höhere Komfort unmittelbar zur Gesundheit und Sicherheit beitragen. Da bei einer Wärmerückgewinnung von bis zu 95% Heizkosten von bis zu 50% eingespart werden, bringt schon bei heutigen Energiepreisen eine kontrollierte Wohnraumlüftung wirtschaftliche Rentabilität. Also ich würde sagen, Gesundheit, Energiekosteneinsparung und Wohlbefinden sind kein "reiner Luxus", sondern ziemlich vernünftig und sollten Standart sein.

:D
Katja
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Beitragvon energystar » 20.02.2007, 21:04

:wink: Hallo Katja,
was Deine Aussagen zur Behaglichkeit, Wohlbefinden, Gesundheit und Komfort betrifft, hast Du völlig recht. Eine Lüftungsanlage ist nur vernünftig und eine sinnvolle Investition.
Aber die Einsparung ist geringer, als angenommen. Denn die Investitionskosten sind ungefähr vier mal so hoch wie bei Abluftanlagen mit bedarfsgerechter Regelung, auf die die Aussagen zur Behaglichkeit auch zutreffen. Um diesen Unterschied wieder reinzuholen dauert es einige Zeit, da auch die Betriebskosten (Strom und Ersatzfilter) deutlich höher sind als bei Abluftanlagen.

Ich kann gerne noch ausführlicher werden, wenn es dich interessiert.
energystar
Ist neu hier!
 

Beitragvon Katja » 02.03.2007, 17:15

Hallo Energystar,

ja danke für das Angebot!
Bitte, werde doch etwas genauer!
Probierst Du da nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen?
Ich meine eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ist doch was ganz anderes als eine reine
Abluftanlage. Vielleicht liege ich da falsch, aber mir fallen da diese Anlagen auf den Toiletten ein die einfach nur Geruchsbelastung und alte Luft absaugen. Denn bei einer reinen Abluft wird doch keine
frische Luft zugeführt. Geschweige denn Energie gespart durch Wärmerückgewinnung. Allerdings bin ich nicht wirklich Profi, daher wäre ich Dir dankbar, wenn Du es mir nicht zu technisch erklären könntest.
Katja
Ist neu hier!
 

Beitragvon energystar » 02.03.2007, 19:39

Zunächst einmal ist die Hauptaufgabe von Lüftungsanlagen die Sicherstellung des Mindestluftwechsels (laut EnEV) und der Schutz vor Feuchteschäden (1/3 aller Feuchteschäden werden durch mangelhafte Lüftung hervorgerufen).

Zum Energieverbrauch muss man sagen, dass die herkömmliche Fensterlüftung der Maßstab sein sollte. Dabei wird jedoch entweder zuviel oder zuwenig gelüftet, und als Folge hat man entweder einen zu hohen Energieverbrauch oder die Gefahr von Feuchteschäden. Mit einer Lüftungsanlage (auch bei Abluftanlagen) kann man so lüften, dass man nicht zu wenig und auch nicht zuviel lüftet. Praktisch ist dabei ein Lüftungsanlage, die sich nach einer Regelgröße richtet und bedarfsgerecht lüftet.

Abluftanlagen sind praktisch, wie Du beschreibst, ähnlich wie die herkömmlichen Badlüfter. Sie haben jedoch eine dauerhafte Grundlüftung und im Idealfall eine mehrstufige Feuchteregelung. Da die Abluftgeräte im Wohnraum einen Unterdruck herstellen, müssen in Wohn- und Schlafräume Zuluftelemente eingebaut werden. Diese lassen dann entsprechend des Unterdrucks wieder Luft nachströmen.

Ich muss zugeben, ich beschäftige mich damit beruflich bei einem Hersteller von abluftanlagen. Ich kann dir auch gerne mehr Infos per Mail zusenden.
energystar
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Beitragvon Red Spotted » 12.03.2008, 16:05

Hallo zusammen

bin neu und habe gleich zu maulen!
@energgystar was erzählst Du denn da für Halbheiten!
So eine billige Abluftanlage pustet doch nur die warme Luft nach draussen und über entsprechende Öffnungen in der Aussenwand (Ventile) strömt dann die kalte Aussenluft in die Zulufträume, wie toll. Und auch hier wird Energie benötigt oder arbeitet hier ein Hamster im Laufrad?
Ich bin überzeugt jedes System hat seine Vor- und Nachteile.
Wenn ich nur einen oder zwei Räume entlüften will und es techn. nicht möglich eine komplette Anlage zu errichten sind diese reinen Abluftanlagen sicher eine "sinnvolle" Alternative.
Baue ich aber ein neues Haus, ist ohne Zweifel eine komplette Anlage mit Wärmerückgewinnung die richtige Entscheidung.
Wie oft ich dann die Filter tauschen muss liegt am Nutzerverhalten! (Raucher)
Die Ventile für eine KWL Anlage sind unter der Decke bzw. im Fußboden intergriert und somit relativ versteckt. Diese Abluftkiste steht irgendwo rum und brummt vor sich hin - grins.

Auch ich bin beruflich mit diesen Dingen beschäftigt!

Red Spotted
Red Spotted
Ist neu hier!
 

Beitragvon energystar » 12.03.2008, 18:41

Hallo Red Spotted,
ich habe keine Probleme auf Dein Maulen einzugehen.

Natürlich muss für den Betrieb einer Lüftungsanlage, egal welche Bauart, Energie aufgebracht werden. Und theoretisch klingt eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung auch wesentlich besser. Nur in der Praxis bedeutet eine solche Lüftungsanlage nicht auch eine höhere Energieeinsparung.

Auch in einem Neubau ist der Aufwand für eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung enorm - so müssen zahlreiche Leitungen für die Zuluft und für die Abluft verlegt werden. Diesen Aufwand scheuen viele Investoren/ Bauherren, insbesondere bei großen Wohnungsbauten. Sollen sie stattdessen auf eine kontrollierte Wohnungslüftung verzichten?

Auch bei einer Abluftanlage kann ein Schalldämpfer eingesetzt werden. Dass diese Kiste vor sich hin brummt ist nur billige Polemik und kein echtes Argument.
energystar
Ist neu hier!
 

Beitragvon Red Spotted » 13.03.2008, 06:58

Hallo energystar

Eine interessante Antwort.
Sie ist auch praktisch besser - das einzige Argument für die Abluftanlage ist der Preisvorteil. Die Energieeinsparung würde ich auch nicht als wichtigstes Argument für eine KWL- Anlage ansehen.

Ich kann nicht sagen wie hoch der Umsatz von reinen Abluftanlagen ist, aber der Markt für KWl-Anlagen liegt inzwischen über 20 Mill. €. (komplett mit Kanalnetz)
Komisch ist auch, das es Wohnungsbausgesellschaften gibt die ihre Wohnungen nur noch mit KWL- Anlagen sanieren und danach Ruhe haben.

Billige Polemik kommt da eher aus einer anderen Ecke! :D


Red Spotted
Red Spotted
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Beitragvon ib-berger » 20.03.2008, 11:29

Zu Pro und Kontra KWL:

Ich kann (auch aus beruflicher Sicht :wink: ) nur den KWL-Befürwortern zustimmen. Wer den finanziellen und Montage-Aufwand nicht scheut, sollte auf alle Fälle eine Kontrollierte Wohnraum-Lüftung (mit Wärmerückgewinnung) installieren.

Man kann das Ganze sogar noch weiter treiben, indem man die Zuluft z.B. aus einem "Erdrohr" - in ca. 2 m Tiefe ums Haus verlegt - zieht. Die Temperaturen liegen dort je nach Jahreszeit zwischen ca. 7°C und 13 °C. Das heißt, im Winter hat man vorgewärmte Frischluft, im Sommer angenehm vorgekühlt. Somit kann die KWL neben des notwendigen hygienischen Luftwechsels noch weitere Funktionen erfüllen: Zusätzlich Kosten sparen im Winter und Behaglichkeit im Sommer.
mfg. H.B.
Links sind nur für registrierte User sichtbar. - registrierter Energieberater (BAFA / dena)
ib-berger
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Beitragvon Dirk Stelzer » 24.03.2008, 14:19

Sie scheinen sich ja alle auszukennen...
Ich nicht...
Daher meine Frage:
Können sich Bakterien oder Krankheitserreger in die Anlage bzw. Rohre einnisten, die ich dann im Haus verteile ohne es zu wissen?
Was kann ich dagegen tun?
Dirk Stelzer
Ist neu hier!
 

Beitragvon Red Spotted » 25.03.2008, 10:09

Hallo Dirk

unter normalen Umständen nicht, jedes Gerät hat Filter die vom Nutzer regelmäßig auf Funktion überprüft werden müssen. (Tausch bzw. Reinigung) Es wird ja Luft bewegt.
Und wenn das gemacht wird gibt es keine Probleme.
Der EWT ist zwingend einmal im Jahr zu spülen! Es gibt spezielle Rohre für solchen EWT!

Da erlebt man Sachen die es nicht gibt, vollkommen verdreckte Abluftfilter und der Kunde beschwert sich weil das Gerät zu laut ist!
Wenn diese Filter verdrecken erhöht sich zwangsläufig der Wiederstand im Leitungsnetz und die Gleichstrommotoren wollen das ausgleichen. Das bedeutet der Motor erhöht seine Drehzahl und wird lauter. Es ist mir passiert das ich vor dem Neubau die Anlage im Keller gehört habe - :x

Aber die Industrie hat keine Ahnung.
Hier ist auch das Handwerk gefragt, seine Kunden richtig in die Nutzung der Anlagen einzuweisen. Das könnte sicher besser sein.

Grüsse
Red Spotted
Red Spotted
Ist neu hier!
 

Beitragvon zebra » 29.08.2008, 16:28

Wir leben seit 12 Jahren in unserem Haus und haben beim Neubau Erdwärmerohr gleich in die (etwas größere) Baugrube legen lassen.
-18°C im Januar: aber die Frischluft kommt schon mit 0°C ins Haus, nach dem Wärmetauscher sind es schon 8°C - und den Rest erwärmt noch die Brennwert-Therme.
Im Sommer genau anderherum: draußen 30°C; unsere Frischluft kommt mit 20°C ins Haus.
Wir fühlen uns wohl! :D
Wünschenswert wäre damals ein Heizungsbauer mit etwas mehr Begeisterung für Regeltechnik gewesen. Und wer den Kühleffekt im Sommer nutzen will: unbedingt einen Bypass gleich mit planen - sonst erwärmt die warme Raumabluft ja die erdgekühlte Zuluft
seit 1996 in einem Niedrigenergiehaus
mit kontrollierter Lüftung / Wärmetauscher und Erdrohr, Solarthermie für Brauchwasser. ST für Heizunterstützung geplant.
zebra
Ist neu hier!
 

Beitragvon Gustel » 07.09.2008, 07:07

Hallo Zebra,

das klingt ja wirklich interessant, was du schreibst. Ist es tatsächlich so, dass die Erdwärme letztendlich auch genutzt werden kann, um Räume zu kühlen? Dieser Aspekt ist für mich völlig neu. Finde ich ja absolut erstaunlich.

Wie ist es denn in einem derart gut konzipierten Haus noch mit den Energiekosten? Vermutlich kannst du darüber nur lachen.

Die Regeltechnik war vielleicht vor 12 Jahren noch nicht so ausgereift wie heute. Du musst ja eine der ersten Techniken im Haus haben, denn so viel länger gibt es die Geothermie-Anlagen doch noch gar nicht, oder?

Gruß
Gustel
Gustel
Kennt sich aus!
 

Beitragvon zebra » 07.09.2008, 20:14

Hallo Gustl,
wie beschrieben haben wir in die Baugrube Rohrleitungen einmal ums Haus herum verlegen lassen (ca. 2m Abstand von den Kellerwänden auf Niveau der Bodenplatte). Dort ist es auch an heißen Sommertagen schön kühl und im Winter immer im Plusbereich. Das ist Alles! Geothermiebohrungen sind ein ganz anderes Thema. Ein Erdwärmerohr hat auch wenig mit Erdwärmesonden für Wärmepumpen zu tun.
Ein engagierter Architekt kann Dir das alles verständlich erklären.
Gruß Zebra
seit 1996 in einem Niedrigenergiehaus
mit kontrollierter Lüftung / Wärmetauscher und Erdrohr, Solarthermie für Brauchwasser. ST für Heizunterstützung geplant.
zebra
Ist neu hier!
 

Beitragvon Gustel » 08.09.2008, 17:05

Hallo Zebra,

solche Techniken waren mir bisher völlig unbekannt. Ist wirklich eine interessante Idee und das kann dir tatsächlich niemand nehmen und schon gar nicht besteuern. Da hast du natürlich vollkommen recht. Aber was ich nicht so recht verstehe ist, woher du die Luft bekommst, wenn die Rohre in der Erde liegen. Sind an den Enden Lüftungsschächte angebracht oder woher kommt die kühle oder warme Luft?

Ich meine, du müsstest doch dann quasi rund ums Haus eine Luftzufuhr haben, die sich zumindest im Winter dann doch wieder abkühlt. Wie funktioniert diese einfache Technik?

Gruß
Gustel
Gustel
Kennt sich aus!
 

Beitragvon rumor » 26.09.2008, 12:02

Hallo,
Also meiner erfahrung nach brauchen neue rlt-anlagen kaum noch platz, und auch die rohre lassen sich sehr dezent verlegen (flachkanal 3 cm stark)
Trotzdem sollte man nie vergessen das wir hier ein direktes hygienisches risiko haben. versteht mich nicht falsch, ich liebe diese dinger aber durch falsche einstellungen und nutzung wirds oft kritisch.

Die sache mit den reinen abluftanlagen kann ich nur zerschmettern.
Guckt mal richtung norden, wo passivhäuser bei minus 10 grad keine heizung brauchen. und warum? rlt anlagen!

Heutige anlagen haben zudem oft noch 1-2 zusätzliche wärmetauscher um z.b. luft durch eine kleine wp vorzuwährmen oder zu kühlen. die idee mit dem erdrohr find ich übrigens klasse, funktioniert auch normalerweise echt gut (wenn ein bypass vorhanden ist)

Seit kurzem gibts sowas übrigens auch für kleine anlagen, wer infos will bitte melden
Zum Beispiel: einzelgerät nenn sich FOX glaub ich:
Saugt die warme, feuchte luft ausm bad und küche ab (oder nur aus einem raum) und bläst frische, vorgewärmte luft ins zimmer nebenan. Gehhen richtig gut die dinger und sind gerade in bädern echte energiesparer.

Gruss rumor
rumor
Wohnt hier!
 

Beitragvon Gustel » 28.09.2008, 01:13

Hallo rumor,

du kennst dich ja offensichtlich wirklich sehr gut aus. Bist du ein Fachmann auf diesem Gebiet? Könntest du mir das vielleicht noch einmal so erklären, dass ich als Laie die Technik auch verstehen kann? Das Verfahren klingt wirklich sehr gut. Aber was meinst du mit Abluftanlagen und woher kommt den nun die frische Luft bei diesem System? Inwiefern bestehen hygienische Bedenken?

Kannst du vielleicht auch grob etwas zu den Kosten der verschiedenen Systeme sagen? Ich meine die Installationskosten und auch den Installationsaufwand. Du hast ja schon geschrieben, dass der nicht so hoch wäre. Aber es kommen ja noch Wärmepumpen dazwischen usw..

Vielen Dank für deine Infos

Gustel
Gustel
Kennt sich aus!
 

Beitragvon rumor » 28.09.2008, 09:06

Also,
Bilder krieg ich hier nicht rein aber ich versuchs mal zu erklären:
Eine rlt anlage ist meistens als reine lüftungsanlagen ausgelegt.
Bei neubauten werden sie oft als klimanlagen eingebaut.
Und hier der unterschied: Als klimanlage darf sich nur eine anlage bezeichnen die folgendes macht: Kühlen, entfeuchten, erwärmen und befeuchten.
Ich werd jetzt mal nur auf lüftungsanlagen eingehen, klima sprengt ein bisschen den rahmen.

Eine normale rlt anlage hat als herzstück einen sogenannten kreuzwärmetauscher. durch diesen kann gleichzeitig verbrauchte luft nach aussen und frische luft nach innen geleitet werden. Dadurch nimmt die aussenluft die wärme der innenluft auf.
Ein kleines standartsystem: die luft wird aus der küche und dem bad abgesaugt, denn dort ist es warm und feucht. Die frischluft wird im schlaf bzw wohn oder kinderzimmer eingeblasen.

Und mit abluftanlagen mein ich feuchtigkeitsgeregelte einzelraumlüfter.
Hygienische bedenken bestehen dann wenn ein filter oder teile der kanalanlage verschmutzt sind und sich schimmel oder anderes bildet, deshalt muss eine solche anlage gut und regelmäßig gewartet und überprüft werden.

Wegen der kosten: was kostet ein rotes auto? :)
Du kannste sowas bereits für 2 zimmer mit wenigen tausend euro realisieren, du kannst auch dein 250m² haus vollklimatisieren und kommst ohne probleme über die 20k grenze.
Da muss man wirklich im einzelfall sehen was geht und was nicht.

Zum Aufwand: bei abgehängten decken gibts am wenigsten probleme, deshalt kann man die teile auch extrem gut in altbauten unterbringen wo hohe decken standart waren.
Wer die leitungen nicht in der decke haben kann kann sie auch in wände legen, ich muss ja nicht in jeden raum! Was auch geht ist ein einbau in einen installationsschacht oder man zieht z.b. im flur ne kleine vorwand hoch.

Ich muss hier aber nochmal ganz deutlich sagen das sowas echt nix für laien ist, da kann man viel mist bauen. nen lüfter für 2 räume (macht das gleiche wie ne rlt hat aber nur ne möglichkeit einen raum als abluft und einen als zuluft zu verwenden) kann eigentlich jeder einbauen, ABER der volumenstrom muss eingestellt werden, die aussenwand muss dicht genug sein, zuluft und abluft mussen richtig verlegt sein usw...

So, hoffe ich konnte helfen, wenn noch fragen sind, immer her damit.

P.S.: Ja ich bin Fachmann :)
rumor
Wohnt hier!
 

Beitragvon Red Spotted » 30.12.2008, 22:05

Hallo zusammen

Da ich Kwl - Anlagen auslege und plane kann ich die Kosten sehr genau beziffern. Je nach Gebäudegröße gibt es da sicher Unterschiede, aber die reinen Materialpreise bewegen sich zwischen 5.000 - 8.500 €. Sicher nicht ganz billig.

Schaut mal hier - Links sind nur für registrierte User sichtbar.

Und ich kann nicht bestätigen, das diese Sachen nichts für "Laien" sind. Wer aber 2 linke Hände hat sollte lieber die Finger davon lassen! Ich durfte Anlagen vom Handwerk und vom Endkunden montiert anschauen, die vom Endkunden sah wesentlich besser aus! :P

Weiter vorne wurde das Thema EWT diskutiert, kann den Ausführungen nur zustimmen. Wichtig ist hier die Möglichkeit der Reinigung des EWT.

mfg
Red Spotted
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Beitragvon rumor » 31.12.2008, 15:44

Wenn die Profi-anlage schlechter aussah als vom endkunden würd ich mir mal nen ordentlichen handwerker nehmen !

Hab letzens auch ne anlage durchgerechnet, von GLT und die lag in nem EFH bei knapp 6k €
rumor
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Beitragvon raptor » 10.02.2009, 18:01

Schimmel in Lüftungsanlagen haben wir in den letzten 35 Jahren nicht aufspüren können.
Erstens wird die Zuluft gefiltert, zweitens möge sich jeder fragen, wie verzinkte Rohre schimmeln sollen. Die durchgeleitete und gefilterte Luft (in der Regel F 5-7) bewegt sich und Schimmelsporen finden keinen Nährboden. In der Abluft können Schimmelsporen (auf gammeligen Möbeln, Lebensmitteln, etc.) zu finden sein, aber auch diese finden keinen "Nistplatz" im Rohrkanalsystem. Die "Schimmel in Lüftungsanlagen"-Geschichte ist Käse- und zwar ziemlich verschimmelter!

Und wer sehr empfindlich ist, für den gibt es sogar Filter, die selbst 0,1 Mirkometer kleine Partikel herausfiltern. Und wer jetzt nicht weiß, wie groß das ist, möge mal bei Wikipedia nachschauen.
raptor
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Beitragvon rumor » 11.02.2009, 18:58

Es soll ja leute geben die H oder sogar U filter in die lüftung bauen... 2 filter für nen tausender, naja, wers braucht.

Von schimmel in lüftungsanlagen hab ich bisher nur bei fehlerhafter montage gehört, immer in verbindung mit falscher auslegung/benutzung.
rumor
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