von Jerry » 16.02.2011, 15:24
Ich möchte auch einen kleinen Beitrag zu dieser angeregten Diskussion beitragen. Eigentlich entnehme ich benötigte Informationen eher selten solchen Internet- Foren, aber auf der Suche nach einem geeigneten Produkt für unsere Ansprüche bin ich dann doch zufällig hier gelandet.
Ich bin Architekt und Energieberater und beschäftige mich in erster Linie mit der Planung von Passivhäusern und der energetischen Sanierung von Altbauten. Wir bewohnen seit einigen Jahren selbst unser Passivhaus und sind rundherum zufrieden. „Heizen“ ist hier kein Thema und dennoch kam der Wunsch nach einer zusätzlichen Wärmequelle für gemütliche Abende auf dem Sofa mit hoher Wärmestrahlung auf. Ein üblicher, holzbefeuerter Ofen schied auf Grund der Kosten und der nur eingeschränkten Praktikabilität im Passivhaus schnell aus. Ein Versuch mit einem Ethanol-Zimmerofen war nicht wirklich zufriedenstellen. Der Wärmeeffekt war zwar gegeben, die Kosten für einen schönen und hochwertigen Ofen stehen aber in keinem Verhältnis zum Nutzen. Weiterhin sind diese Öfen recht „sperrig“. Ausschlaggebend war dann aber die Tatsache, dass ich nicht wirklich Vertrauen in die Technik / den Brennstoff / die Handhabung hatte und der Brennstoff einen, zumindest für unsere Nase, unangenehmen Geruch bei der Verbrennung abgibt. Das war zwar bei verschiedenen Produkten und Lieferanten mehr oder weniger stark ausgeprägt, aber immer irgendwie störend und unangenehm. Schließlich bin ich dann bei den hier diskutierten elektrischen Minikachelöfen gelandet. Trotz meiner berufsbedingten Skepsis habe ich dann (auch auf Grund des günstigen Preises) einen dieser Öfchen bestellt, und zwar einen „SL“ ohne Umluftschacht, da bei uns ja der Strahlungsanteil Priorität haben sollte.
Der Ofen war dann nach gut einer Woche da und konnte, dank frostiger Außentemperaturen, auch sofort getestet werden. Ich war überrascht, welch enorme Hitzeentwicklung hier mit lediglich 250 W elektrischer Leistung gegeben ist. Der Stromverbrauch ist erstaunlich gering, was offensichtlich auf die gute Speicherfähigkeit des Ofens zurückzuführen ist. Einmal auf die gewünschte Temperatur hochgeheizt (100°C sind nach ca. 1 Stunde erreicht) heizt der Ofen nur noch in recht großen Zeitabständen nach. Den Rest übernimmt dann die Speichermasse. Ein gemütlicher Abend kostet somit nur ca. 10 - 15 Cent an Stromverbrauch. Das ist preiswerter als meine Versuche mit Bioethanol oder auch Kerzen. Der Wärmeeffekt entspricht gefühlsmäßig der Wärmestrahlung, die auch ein Holzofen abgibt, womit die Bezeichnung „Elektrischer Mini-Kachelofen“ vollkommen zu Recht gewählt wurde. Ich denke, in einem Haus mit weniger gutem Dämmstandard wie bei unserem Passivhaus und folglich Außenbauteilen (Wände / Fenster / usw.) mit geringeren Oberflächentemperaturen wird der positive Effekt wohl noch deutlicher ausfallen. Weiterhin fällt positiv auf, dass der Ofen weder riecht noch „knackt“. Das Öfchen arbeitet vollkommen unauffällig. Hinsichtlich Verarbeitungsqualität und Sicherheit (Überhitzungsschutz) bestehen ebenfalls keine Bedenken.
Fazit: Für den von uns angestrebten Einsatzzweck kann ich diese Öfen absolut empfehlen.
Als vollwertige Raumheizung habe ich den Ofen nicht explizit getestet. In unserem Passivhaus würde das jedoch nach den bislang gemachten Erfahrungen absolut funktionieren, wobei die „Heizkosten“ wohl etwas höher ausfallen würden als mit unserem Wärmepumpen-Kompaktgerät. Eine Vollkostenrechnung unter Einbeziehung von Investitionskosten, Wartungskosten und Energiekosten über die normale Lebensdauer einer konventionellen Heizung sollte vor dem Einsatz als Vollheizung sicherlich erstellt werden. Unter gewissen Umständen dürfte das Ergebnis jedoch in einigen Fällen durchaus +/- 0 oder sogar positiv ausfallen. Auch das immer wieder gebrachte Argument, dass Strom zum Heizen zu wertvoll ist und auch aus ökologischen Gründen nicht vertretbar ist sehe ich persönlich nicht wirklich als schlagkräftig, insbesondere nicht bei Einsatz von Ökostrom. Schlussendlich ist festzuhalten, dass berufsbedingten Skeptikern, zu denen ich mich auch zähle, der praktische Versuch manchmal weiterhilft und eines Besseren belehrt. Im Falle dieser Minikachelöfen jedenfalls kann ich nur sagen: „Beide Daumen hoch.“ Alle Angaben auf der Internetseite wurden erfüllt, die Qualität ist absolut in Ordnung und der Preis in Anbetracht von Materialien und Verarbeitung mehr als fair.