Erst noch 2 kurze Kommentare:
1. Die Energieeinsparverordnung ENEV ist nicht neu sondern wird lediglich immer wieder mit neuen Werten angepasst. Hierzu ist folgendes anzumerken: Es ist eine Verordnung - nicht mehr und nicht weniger. Diese unterliegt immer dem Wirtschaftlichkeitsgrundsatz! Was heißt das ? Nun, niemand kann von einem Bürger dieses Landes verlangen, dass er das doppelte für ein Heizsystem ausgiebt und sich womöglich in Schulden stürzt, nur um irgendwelche Grenzwerte einzuhalten. Ich gebe zu, diese Argumentation ist etwas provokant, aber immerhin muss man das einmal wissen.
Ansonsten ist es durchaus möglich, z.B. die Warmwasserversorgung mit Solarkollektoren zu bewerkstelligen und - mit dem eingesparten Geld - gleich Dämm-Maßnahmen vorzunehmen.
Beim Einsatz von Infrarot-Heizungen bleibt hierfür immerhin etwas Geld übrig.
2. Ihre Aussagen "...berechnung altbau mit sagen wir 100 watt pro m² und einmal gedämmt mit 50 watt pro m²" und "...die elektro fraktion kann gerne von nachtspeicheröfen ausgehen" sind genau das was ich dauernd versuche zu verhindern! Hier wird einfach zu viel in den einen Topf geworfen, was nicht in einen Topf gehört! Bei Infrarot-Heizungen rechnet man für Wohnräume je nach Dämmung mit 30-70 W/m² - auch wenn das jetzt komisch erscheint. Sie mit Konvektionsheizungen müssen natürlich höhere Werte gem. der Energiebedarsberechnung ansetzen - da können ungedämmt sogar 100 W/m² knapp werden.
Ausserdem - einfach Nachtspeicheröfen in den selben Topf zu werfen ist absolut sträflich!!
Diese Gerät haben einen 3-5 mal so hohen Stromverbrauch und erzeugen am Ende auch wieder nur Konvektion, welche also noch recht uneffektiv gegenüber Infrarot-Heizungen ist - wie wir in den letzten Threads herausgestellt haben.
Aber nun zu meinen Berechnungen mit Infrarot-Heizungen:
Die Wohnung insges. 90 qm wird es so nicht geben, da Küche und Bad niemals jeweils auch 15 qm haben - ist also schonmal nicht realistisch!
Ich mache den Vorschlag wie folgt abzuändern:
Wohnzimmer 25 qm, Schlafzimmer 15 qm, Kinderzimmer 15 qm, Küche 8 qm, Bad 6 qm, Flur 8 qm = insgesamt 77 qm. Diese Wohnung kann es im Altbau wirklich so geben!
Variante A (Altbau ungedämmt, schlechte Fenster!) - der ungünstigste Fall!
Installierte Geräte:
Wohnzimmer 3x600W, je 399 EUR
Schlafzimmer 2x450W, 329 EUR
Kinderzimmer 2x600W, 399 EUR
Küche 1x300W, 299 EUR
Bad 1xSpiegel 480W, 419 EUR
Flur 1xSpiegel 480W, 419 EUR
Thermostaten insgesamt 550 EUR, Versandkosten 100 EUR
Gesamte Anschaffungskosten: EUR 4440,00
Bei einem Strompreis von € 0,19/kWh zu erwartende Heizkosten von EUR 1312,14 jährl. ohne irgendwelche weiteren Nebenkosten!
In dieser Variante bin ich von ausreichend 'Reserven' ausgegangen, wenn man sich vorstellt, dass das Gebäude sehr schlecht isoliert ist und auch die Fenster nicht wirklich dicht. Sobald z.B. die Fenster schon in Ordnung wären, wären diese installierten Werte etwas zu hoch.
Variante B (gedämmt):
Installierte Geräte:
Wohnzimmer 1x600W 399EUR + 1x450W 329,00
Schlafzimmer 1x450W, 329 EUR
Kinderzimmer 1x600W, 399 EUR
Küche 1x300W, 299 EUR
Bad 1xSpiegel 320W, 364 EUR
Flur 1xSpiegel 320W, 364 EUR
Thermostaten insgesamt 475 EUR, Versandkosten 70 EUR
Gesamte Anschaffungskosten: EUR 3028,00
Bei einem Strompreis von € 0,19/kWh zu erwartende Heizkosten von EUR 752,81 jährl. ohne irgendwelche weiteren Nebenkosten!
Entsprechend meinem Fachwissen habe ich die Räume unterschiedlich bewertet. D.h. z.B. dass Bad, Schlafzimmer und Wohnräume natürlich unterschiedlich genutzt werden und somit anders
beheizt. Bei Infrarot-Heizungen ist das kein Problem, da sich hier ja jeder Raum getrennt regeln nach Zeit/Temperatur automatisch regeln lässt

In der Praxis findet man immer eine Situation irgendwo zwischen Variante A und B - zumindest in meiner Praxis. Kaum noch jemand hat einen Altbau aus Bj. 1920 und noch nie die Fenster gewechselt.
Mal schauen, was andere Systeme kosten