von rudij » 21.12.2010, 19:08
Hallo,
vorab : ich bin komplett neu hier und werde mich auch nicht an religiösen Feldzügen beteiligen. Einige Anmerkungen zu den dargebrachten Thesen:
1) Keine Macht der Bundesrepublik außer dem Verfassungsgericht kann mir den Einbau jeder Art von Heizung verbieten. Genau das Verfassungsgericht schützt das Eigentumsrecht jedoch.
1a) Um eine illegale Heizung nachzuweisen , wäre eine Hausdurchsuchung erforderlich. Diese kann jedoch nur bei Straftaten angeordnet werden. Insofern kann de-facto kein gerichtsfester Nachweis einer unzulässigen Heizung erbracht werden. Recht welches nicht durchsetzbar ist , ist ein zahnloser Tiger.
1b) Die Energieeinsparverordnung enthält der Allgemeinheit im allgemeinen unbekannte Paragraphen , die diese Verordnung vor dem Verstoß gegen das Enteignungsverbot bewahren , nämlich das unwirtschaftliche Maßnahmen nicht gefordert werden können. Selbst lesen macht schlau.
1c) In Hessen wird gerade an einer neuen Bauordnung gebastelt , die jegliche Heizungsvorschriften entfernen soll ( laut Pressemeldung , der Entwurfstext war wieder verschwunden ), da man wohl Punkte 1a und 1b eingesehen hat. In einigen Wochen wird man wohl schlauer sein. Die Lobbygruppen stöhnen schon wieder wegen soviel Wettbewerbs.
2) Ich habe seit über 2 Jahren alle Arten von Heizungen unter ökonomischen Aspekten ( inklusive der Frage der Dämmung usw ) für das seit 3 Jahren im Besitz befindliche EFH betrachtet , wohlgemerkt für mein/unser EFH , für kein anderes Haus oder Wohnung. Ich habe Angebote eingeholt , war auf Baumessen , kurz das ganze Programm. Wenn es um potentiell 20 bis 60 T€ vom eigenen Konto geht ist die Motivation schon sehr hoch. Selbst denken macht schlau , fremdes Geld gibt sich am Leichtesten aus.
a) Anbieter , von denen ich ein Angebot haben wollte und denen ich anhand meiner Ausbildung glaubhaft machen konnte , daß ich sowohl Physik als auch Ökonomie eines Angebote selbst nachrechnen werde, haben sich gar nicht erst die Mühe gemacht , sich noch ein einziges Mal zu melden. Das spricht ja wohl Bände und für sich selbst. Ich bekam auch Fragen wie "Wieviel wollen Sie denn ausgeben" ( Eigentlich nichts , ich wollte eigentlich Geld sparen , dies ist doch kein Juweliergeschäft oder )
b) Ich habe den ersten Schritt getan und ca. 1000 € in 3 echte Strahlungsheizkörper (a 650 W) investiert , da das ökonomische Risiko beherrschbar ist ( dafür kriegt man evtl. woanders eine halbe SPS oder eine halbe Förderschnecke o.ä. ). Die ersten Tests sind zufriedenstellend.
In einem selten genutzten Kellerbad ist es nach ca. 4 Stunden Dauerbetrieb ( Start mit ca. 10 Grad Raumtemperatur ) nicht mehr auszuhalten vor Hitze. Da wir im Ferienhaus bei Ankunft mehrere kW an Heizlüftern betreiben bis der Ofen kommt, kann ich den dramatischen Unterschied beurteilen.
Im selben Kellergeschoß befindet sich ein leerer Raum im Rohbauzustand ( wegen Sanierung ) , dort hängt ein Heiz"körper" an der Decke. Nach 2 Stunden vorheizen ( noch inklusive des existierenden kleinen Konvektionsheizkörpers ) kann man schon gemütlich dasitzen ( wir haben da mit einem geborgten Projektor mal einige Filme geschaut , d.h. wir saßen mehrere Stunden in einem nach konventionellen Maßstäben viel zu kalten Raum )
c) Dies sind keine Beweise , sondern persönliche Erfahrungen. Ich habe mehrere Patentanmeldungen (auf anderen Gebieten ) nicht durch nachplappern odern Hereinfallen auf Werbezeug erreicht. Ich will alle nur ermuntern , selbst den 90% Müll im Internet von den 10% guten Informationen zu trennen ( sonst klappt es doch mit der Mülltrennung so gut... )
Ich persönlich (und meine Frau) sind bereit , den nächsten Schritt zu tun , wenn der Ölbrenner ausfällt oder der Ölpreis permanent über 1 € geht/bleibt. Das Risiko einer Fehlinvestition ist bei 5000 € wesentlich geringer als bei potentiell 20 bis 30 T€ von Heizsystemen , bei denen keiner bereit ist mehr als 5 Jahre Garantie zu übernehmen (vom potentiellen Ärger abgesehen). Ein elektrischer Heizstrahler funktioniert genauso gut mit 1 Betriebsstunde wie mit 5000 h , selbst nach Einmotten auf dem Dachboden ( nicht daß ich dies tun wollte , es ging nur um das Risiko ) , ich kann ihn jederzeit abbauen und irgendwo anders verwenden. D.h. wenn es gar nicht funktionieren sollte , kann ich mir jederzeit wieder einen Ölbrenner kaufen (dies ist wenigsten etablierte Technologie mit vorhersehbaren Kosten) oder mehrere zig tausend in einem beliebigen anderen Heizsystem versenken ( alle mechanischen Systeme haben relativ kurze Lebensdauern , d.h im Regelfall 10 bis 20 Jahre wenn man Glück hat )
Sollte ich jedoch weniger als 20 kWh elektrisch verbrauchen ( ca. 4000 € / a derzeit ) ( bei derzeit ca. 3500 l Öl + 5 m3 Holz ) , kann ich mir nicht vorstellen , wieder ein lärmendes , vibrierendes , stinkendes und platzverbrauchende Monstrum hinzustellen ( mit Überwachung durch die marktbefreite Schornsteinfeger-Behörde , Gewässerhaftpflichtversicherung , Tanküberwachungsgeschäfte der Behörden u.ä. )
Disclaimer : Ich schreibe für mich selbst , mir braucht niemand etwas zu verkaufen und ich werde mich - schon aus Zeitgründen - nicht an argumentativer Kriegsführung beteiligen. Vielleicht melde ich mich in paar Jahren nochmal , wenn ich echte Zahlen habe. Bis dahin hätte ich - außer meiner oben schon geäußerten Meinung - sowieso nichts zu bieten. Mir braucht auch keiner an mein Umwelt-Gewissen zu appelieren ( ich bin straffrei , gehe wählen und zahle mehr Steuern als der Durchschnitt und bin nicht kinderlos , betreibe - aus Geldgier - eine PV-Anlage dies sollte reichen für mein Gewissen )
Viele Grüße
RudiJ