Dampfbremse oder nicht?! (Haus, Baujahr 1979)
Guten Tag, ich habe eine ziemliches Problem mit der Dachdämmung. Drei Dachdeckermeister, fünf verschiedene Meinungen von Glaswolle (mit und ohne Alukaschiert), Steinwolle bis hin zur Zellulose-Schüttung und Variationen mit Dampfbremse und ohne. Die Empfehlung es ohne Dampfbreme zu machen, kam von einem Architekten, der angeblich auf Altbausanierung spezialisiert ist und einem Dachdecker-Meister.
Nun zum Aufbau. (Siehe Grafik) Links sind nur für registrierte User sichtbar.
Es handelt sich um ein Nagelbinderdach, die Zimmerdecken bestehen lediglich aus Spanplatten. Die Unterseite (Zimmerdecke) ist mit einer Glasfasertapete tapeziert (Ausnahme Flur, Paneele und Bad, Stroh-Gipsdecke).
Der Architekt meinte ich kann mir die Dampfbremse sparen, da sich eine Hinterlüftung normal hinter der Schmutzfolie befindet, nicht davor wie in meinem Fall. Dadurch würde ein Klima auf dem Kaltdach geschaffen, dass mit der Feuchtigkeit klar kämme, da meine Glaswolle nach oben hin diffundieren kann und es genug Lüftung gäbe, so dass sich nichts stauen kann).
Ich kann der ganzen Geschichte aber nicht wirklich glauben, die Wolle ist ziemlich dick, was passiert mit der Feuchtigkeit, die durch die Zimmerdecke-Spanplatte bis hin zum Taupunkt der Wolle wandert?! Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine so dicke Wolle so leicht die Feuchtigkeit weiterleitet. Auch ist es mir nicht geheuer was mit der Oberseite der Spanplatte passiert (zum Dach hin). Ob sich nicht bereits dort schon Feuchtigkeit zwischen Glaswolle und Spanplatte bildet. Unser Haus steht nur 50 Meter von einem Bach entfernt, sprich also sowieso schon Feuchtgebiet. Die Luftfeuchte in den Räumen ist meist zwischen 55-65%.
Inzwischen wurde auf Drängen die Glaswolle bereits eingebaut, natürlich nicht passend, da die Bahnen eine Breite von 120cm aufweisen, ich jedoch einen Sparrenabstand von nur 87-98cm hab. Da ich unter enormen Zeitdruck leide, konnte ich die Bahnen nicht passgenau schneiden, ist es schlimm, wenn diese dann also an den Sparren nach oben gebogen ist?! (Siehe Grafik/Bilder).
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Nächster Punkt, der problematisch ist, die Anschlüsse von Decke und Mauerwerk gibt es praktisch gar nicht. Man kann mit einem Lineal auf das Dach durchstoßen und sogar Lichteinfall ist zu erkennen, besonders im Flur bei den Paneelen. Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass eine simple Stroh-Gipsdecke im Bad irgendwas an der Feuchtigkeit aussetzt, so dass diese der Wolle nicht gefährlich werden kann, spezielle nach duschen und baden.
Meine wichtigste Frage also, Dampfbremse oder nicht? Ich will nicht, dass mir schon bald meine kompletten Decken und Dämmung feucht sind. Die Glasfasertapete an der Zimmerdecke war zuvor mit einer weiteren, einfachen Tapete tapeziert, die nach ein paar Jahre begann zu schimmeln, da die ursprüngliche Dämmung auf dem Dach nur aus ca. 5cm dicken Styropor-Platten bestand, die lose aneinander gelegt waren, die Hinterlüftung war mit Pappe (Verpackung der Styropor-Platten) zugelegt. Der starke Temperaturunterschied von Zimmer und Dach führte wohl zu Kondenswasser an der Zimmerdecke. Damals war ich auch dumm genug auf einen Maler-Meister zu hören, dass das so schon alles ok wäre. Der ist sich heute keiner Schuld bewusst.
Die einen sagen, Glasfasertapete lässt nichts durch, dadurch die Feuchte an der Decke, was aber nun mit der neuen Dämmung erledigt sein sollte, da dort kein Taupunkt mehr wäre. Die anderen sagen Blödsinn, auch Glasfasertapete lässt Feuchtigkeit/Dampfdruck durch, was mir dann in der Dämmung hängen bleibt. Der Architekt hingegen meinte, nein, ich würde das Problem mit Dampfbremse nur in die Spanplatte verlegen und somit besser keine einbauen. Es ist auch verdammt schwierig dort eine Dampfbremse einzubauen, da die Zimmerdecke mit einer Dachlattenkonstruktion an die Sparren genagelt ist und es an den Sparren tausende von Anschlussstellen gäbe, inklusive Mauerwerk, auf dem das Nagelbinderdach aufliegt, auch müssten tausende von rostigen Nägeln entfernt/abgepetzt werden. Ich bitte um Hilfe, denn ich bin inzwischen wirklich ratlos, überfordert und anscheinend kennt sich kein Mensch wirklich mit dieser besonderen Konstruktion eines Nagelbinderdach in Kombination mit Spanplatten-Zimmerdecken aus. Bei Gipsdecken wäre es in meinem Fall sowieso angeblich kein Thema ohne Dampfbreme wegen der Diffusionswirkung von Gips. Aber bei diesen Spanplatten-Decken scheinen alle zu kapitulieren und jeder vermutet nur was richtig sein könnte. Mir fehlt auch leider das Geld für alle Decken auf Gips umzurüsten, bzw. die alten Decken rauszureißen, besonders weil jetzt die Glaswolle (Bauhaus/Probau) bereits installiert ist, was eine riesen Sauerei gäbe. Auch aus Gesundheitsaspekten gehe ich nicht gern mit diesem Zeug um. Von Steinwolle wurde mir abgeraten, die wäre anfälliger für Schimmel und Feuchte, im Bauhaus meinten sie das Gegenteil. Es ist wirklich nur noch ein hin und her mit Empfehlungen und anscheinend auch gefährlichen Halbwissen von sog. Profis.
Vielen Dank für Ihre Hilfe
Gruß,
Frank
