Hallo,
ich habe seit 8 Jahren einen Pellematic 7-20 kW in einem Zweifamilienhaus in Betrieb. Die Pellets werden aus einem Nachbarraum mit Schnecke und Vakuum-Sauger transportiert.
Ich bin mit der Anlage insgesamt zufrieden. Ein paar Punkte möchte ich allerdings anmerken, vielleicht hilft es dem ein oder anderen.
1. Saugaggregat
Das Teil stammt augenscheinlich aus einem Industriestaubsauger und macht einen erstaunlichen Lärm. Der Lärm wird wohl auch über die Wand übertragen und ist ein Stockwerk höher deutlich störend zu hören. Da wir dazu keine Erfahrungen hatten, waren wir geschockt. Eine Schwingungsisolation von der Wand und Installation in einem gedämpften Raum sind sind nötig.
Der Sauger hat im Inneren mehrere Lagen Schaumstoff, die als Luftfilter und Schalldämpfung dienen. Die Steckungen in diesen Schaumstoff sollen dicht sein. Mit Alterung oder bei Erwärmung wird die Steckung leichtgängiger und damit undichter. Damit sinkt die Pelletförderung und es tritt Staub aus. Es gab bisher auf Nachfrage keine Alternative.
2. Schneckenförderung Pelletlager
Wir hatten mehrmals Probleme mit Verstopfungen. Die Ursache scheint die Pelletqualität zu sein, Staubmenge und Stabilität sind wohl das Problem. Wir hatten massives Festlaufen bis hin zum Verbiegen der Motoraufnahme. Abhilfe war mehrfach ein Ausleeren des Pelletlagers

(!) und Aussaugen des Staubs in der Förderschnecke. Beim Versuch per Hand die Fördersschnecke nach Motordemontage zu drehen, ist mir denn auch nochmal die zweiteilige Schnecke durch Herausziehen auseinandergerutscht und war unter der Pelletlast nicht mehr einzustecken. Ein Anruf beim Service eröffnete die doch ganz praktische Möglichkeit bis zum Leeren des Lagers nur mit der leicht herausgezogenen Schneckenhälfte weiterzuarbeiten. Es gibt erstaunlicherweise ein spezielles Zwischenstück für den Motor für diesen Fall !
3. Sensorprobleme
Vor kurzem hatte ich mehrmals Probeme mit unverbrannten Pellets, die in grösseren Mengen in den Aschkasten fielen. Dort haben sie sich durch glühende Asche entzündet und einen Schwelbrand erzeugt. Die Pelletförderung hat aber fröhlich weitergefördert. Also hat der Aschkasten weiter geschwelt und dabei auch den Kessel geheizt. Leider gibt es keinen Steuerungsmechanismus, der dann diesen Schwelbrand noch kontrollieren kann ! Auch ein Ausschalten hilft hier nicht. Ich habe mehrfach dann den Aschkasten mit dem Henkel schnell nach draussen gebracht. Dabei fängt der Inhalt nun erst recht an zu brennen, da nun ausreichend Sauerstoff zur Verfügung steht.
Des Rätsels Lösung war ein defekter Temperatursensor, der nicht mehr erkannte, dass nach Pelleteinschub die Pellets nicht brannten. Nach Aussage des Servictechnikers gehen die Dinge alle paar Jahre mal kaputt. Er meinte, dass der Schwelbrand durch den Sauerstoffmangel nicht gefährlich sei. Bei der Menge an Energie ist mir dabei jedoch unwohl. Die Gluthaufen waren draussen erst nach mehreren Tagen unter Wasserzugabe zu löschen. Also meine ich alle paar Jahre auf Verdacht die Temperatursensoren auswechseln erscheint mir sinnvoll.
Nach Aussage des Servicetechnikers gibt es inzwischen eine verbesserte Steuerung mit verbesserten Überwachungen. Das lässt sich aber bei mir nicht nachrüsten.
4. Heizkreise
Die Installationsfirma hat sich offensichtlich einen Mischer für meinen Haupt-Heizkreis gespart. Ich habe das erst vor kurzem realisiert, da ich der Meinung war, dass der Mischer bei der Heizung eingebaut ist.
Ich habe gerade letztes Wochenende versucht die Heizkennlinie für meinen Haupt-Heizkreis einzustellen. Zwar gibt es ein Symbol für den Mischer in der Anzeige, dass auch entsprechend reagiert, aber es existiert kein Mischer samt Antrieb ! Also arbeitet dieser Heizkreis durch Beobachtung der Kesseltemperatur (>70 Grad ausschalten, nach 5 Grad Absinken wieder einschalten).

Es gibt also keine direkte Führung durch den Aussentemperaturfühler.... das kommt davon, dass man sich auf "Spezialfirmen" verlässt. Vermutlich lässt sich der Pelletverbrauch durch Nachrüsten noch senken.
So, das waren meine gesammelten Erkenntnisse. Wie gesagt ich bin nicht wirklich unzufrieden mit der Anlage. Ich hatte vorher eine Ölheizung, die pro Jahr auch ca. 1 Ausfall hatte. Nach Umorganisation des Servicenetzes in Deutschland bin ich jetzt bei der zweiten Servicefirma. Reaktion und Fachwissen der Leute war und ist einwandfrei. Allerdings wäre eine bessere Information der Anwender über Brennstoff, Betrieb, Reinigung und Wartung nach meiner Meinung hilfreich.
Beste Grüße
Axel