Päule hat geschrieben:Hallo,
in letzter Zeit hört man immer häufiger Kritik an der Solarenegie, besonders an den thermischen Solaranlagen. Es heißt, sie wären gerade im Winter, wenn man sie am nötigsten braucht, nicht sehr leistungsfähig. Das gilt vor allem, wenn sie zur Heizungsunterstützung eingesetzt werden sollen.
Aber auch das warme Wasser wird im Winter nötiger gebraucht, als im Sommer. Im Sommer hingegen, wenn man nicht heizen muss, bringt die Anlage natürlich volle Leistung.
Bisher war ich immer überzeugt von dieser Technik. Aber diese Aussagen, die man nun häufiger hört, geben mir doch zu denken. Wie sieht es denn eurer Meinung nach wohl mit der Solarenergie Zukunft aus?
SG
Päule
Hallo Päule,
realistische Betrachtung der Möglichkeiten ist der Garant für Freude an der Sache

.
Solar für den privaten Einsatzbereich ist eine Sache, Solarenergienutzung im weltweiten Energieverbund eine ganz andere, da kann man natürlich Solarkraftwerke dort errichten wo die Sonnenenergie immer überreichlich vorhanden ist und die gewonnene Energie auch über weite Entfernungen ins Netz einspeisen oder zum Beispiel vor Ort damit Wasserstoff erzeugen der dann als transportabler Kraftstoff verteilt werden kann ..... solare Zukunft ist also reichlich vorhanden!
Für Deine häusliche Nutzung ist wie Du schon geschrieben hast und wie auch ich immer wieder betone eine pragmatische Betrachtung der Möglichkeiten von nöten.
Es ist in der Tat so, daß die jährliche Leistungskurve einer thermischen Solaranlage (aber auch von Photovoltaik) sich genau andersherum darstellt wie die Heizlastkurve im Haus. Von daher ist eine Heizungsunterstützung mit normalem Aufwand nur sehr begrenzt möglich aber natürlich kann man mit einer sinnvoll ausgelegten kleinen Anlage sehr schön einen guten Teil der Warmwassererzeugung damit generieren und so die Heizungsanlage im Sommerhalbjahr "schlafen lassen" , die muß ja sonst für das "Bisschen" Warmwasser im unwirtschaftlichen "Stop'n Go"-Betrieb arbeiten, da ist dann zum einen die Einsparung , aber auch eine Verlängerung der Lebensdauer der Geräte die durch weniger Starts geschont werden .....
natürlich muß für die nur relativ kleine Einsparung die Solaranlage auch günstig sein, damit es sich rechnet, teures HighTec bringt es da nicht wirklich.
Für derartige sinnvolle Solarnutzung bevorzuge ich sogenannte Schwerkraft-Solaranlagen, auch Thermosiphon genannt. Die haben den Solarspeicher so angeordnet, daß der Solarkreislauf ohne Hilfsenergie funktioniert, der Solarspeicher wird auch im Winter zumindest als Vorwärmung noch genutzt im Speicher-vor-Speicher-System.
Durch den Verzicht auf überflüssige Regelung und Pumpen etc. können diese Art von Anlagen trotz hoher Qualität sehr günstig sein und dadurch ein sinnvolles Verhältnis von Investition zu Energieeinsparung bieten. Achten muß man darauf, daß das dann tatsächlich für unsere Breiten taugliche Anlagen sind, die mit einem Mantelspeicher versehen sind, also ein Frostschutzmittel im Kollektor kreist und nicht direkt das Wasser (so was gibt es für absolut frostfreie Gegenden im Süden und wird von einigen"Wilden" manchmal auch hier angeboten, davon "Finger weg"!).
Ich habe auf meiner eigenen internet-Präsenz ein paar Beispiele für sinnvolle Anlagenaufbauten dargestellt und auch mit Preisen hinterlegt:
Links sind nur für registrierte User sichtbar. ......das zeigt auf jeden Fall, daß Solar nicht unbedingt teuer sein muß und entkräftet die Kritik am Preis-Leistungsverhältnis thermischer Solaranlagen.
Gruß
Arno Kuschow