ToGol hat geschrieben:Hallo ihr lieben Energiesparer!
Wir (meine Frau und ich) könnten eure Ratschläge gut gebrauchen. Wir planen ein Einfamilienhaus zu bauen und haben uns noch nie mit dem Thema Energiesparen beschäftigt.

Da wir uns für ein Fertighaus oder einen schlüsselfertigen Bau entscheiden werden stellt sich nun die Frage, welche Energiequelle man nutzen sollte. Wir haben uns einige Informationen (Werbeprospekte) angesehen und finden die Kombination aus Erdwärme (Flächenwärme?), Beläuftung (Klimaanlage?), Solar und Photovoltaik ganz ansprechend. Doch rechnet sich das wirklich? Ist die Technik ausgereift? Lohnen sich die Mehrkosten und wie hoch sind diese? In den Werbeheften steht oft etwas von Vergütung für Einspeisung um 100,00€ monatlich, stimmt das?
Sind wirklich viele Fragen, doch wir wissen wirklich nicht in welche Richtung die Reise gehen soll. Für Hilfe bedanken wir uns herzlichst.
moin ToGol,
ausgereift sind die Sachen allemal, zumindest von den großen Herstellern und die haben auch einen erstklassigen Service! Was man nicht machen sollte ist eine Bastellösung mit vielen verschiedenen Komponenten und Regelungen, lieber eine Steuerung für alles, dann gibt es keinen Turmbau zu Babel. Wärmepumpe ist auf jeden Fall Stand der Technik, dann aber zusammen mit einer Niedertemperatur-Flächenheizung damit die Maschine auch die Chance hat, optimal energiesparend zu laufen. Ob Erdwärme als Tiefensonde oder in die Fläche ist grundstücksabhängig zu bewerten, wenn auch Kühlung darüber erfolgen soll dann aber auf jeden Fall in die Tiefe. Dann kann man nämlich passiv, also ohne Klimaanlagenverbrauch die Erdkühle im Sommer ausnutzen für eine milde und energiesparende Kühlung der Heizflächen
Links sind nur für registrierte User sichtbar. .... hier mal ein link auf eine Unterseite meiner eigenen internet-präsenz, dann muß ich nicht alles doppelt erzählen

. Solarthermie ist immer eine nette Option, aber immer nur ein Nebenschauplatz des Energiesparens, da also nicht zu teuer rein investieren. Ich tendiere sogar dazu, Solarthermie als absolutes "low-tec" mit einer sehr günstigen aber effektiven Schwerkraftanlage ohne jede elektrische Regelung abzuarbeiten:
Links sind nur für registrierte User sichtbar. .... noch mal ein link, pardon, aber da steht mein ausführliches Statement dazu schon mal

....
Die Technik insgesamt ist sicher ein Stück teurer als die Standard-Gastherme, kann aber auch reichlich mehr und rechnet sich auf Dauer. Bitte bei der Kalkulation auch immer mit bedenken, daß man keine Anschlüsse und Grundgebühren mehr für Gas und Schornsteinfeger etc. braucht, das läppert sich auch mit der Zeit. Auch wenn Gas und Öl zur Zeit scheinbar günstig sind kann man sich darauf verlassen, daß beim Ende der großen Krise und dem Wiederaufstieg des Dollars aus seinem tiefen Loch die fossilen Energiepreise förmlich explodieren werden. Glücklich wer dann davon ein Stück unabhängig ist !!!
Photovoltaik ist völlig getrennt vom eigentlichen Haus zu betrachten weil die Energie auch eingespeist, also verkauft wird. Diese Einspeisevergütung reicht dann im Normalfall aus, den Kredit für die Anlage abzubezahlen, erst nach 10 Jahren macht man dann Plus wenn nichts kaputtgeht, also keinesfalls die 100 Euro monatlich für die Haushaltskasse oder die Tilgung kalkulieren......
Am wichtigsten ist, das Haus wirklich so zu bauen, daß es wenig Energie verbraucht. Da ist die Idee eines Fertighauses in Holzrahmenbauweise schon mal ein richtiger Schritt, KfW-40 Standard sollte dann ein Ziel sein.
Für mehr Tips stehe ich gern zur Verfügung!
Gruß
Arno Kuschow