Vorsicht Energieausweis ?!

Hier geht es um den verbrauchsorientierten / bedarfsorientierten Energieausweis (Energiepaß) – Kosten, Formulare, Energieeinsparverordnung (EnEV), usw.
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newbie
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Vorsicht Energieausweis ?!

Beitrag von newbie » 17.11.2010, 00:18

Wir sind seid geraumer Zeit auf der Suche nach einem EFH. Nun haben wir ein passendes Objekt gefunden, Baujahr 1980 mit dem damals üblichen Bau-Standard (30er Wandstärke incl. 4 cm EPS Dämmung und 2 cm Kunststoffputz, doppelverglaste Fenster mit Kunststoffrahmen, ungedämmter Keller, Stahlbetondecken, Decken des Kellers und zum Dachgeschoss ungedämmt, ca. 15 cm Zwischensparrendämmung aus Mineralwolle usw.).

Der Verkäufer wirbt mit einem Energieausweis mit einem Wert von 106,1 kWh(qm/a) !!! Dieser Wert beruht auf der Verbrauchserfassung aus 3 Jahren ohne den Energieverbrauch für Warmwasser. Von vergleichbaren Gebäuden wissen wir das er eigentlich bei dieser Bauausführung um das 2-4 fache liegen müsste.

Natürlich ist uns der Unterschied zwischen einer verbrauchs- und bedarfsorientierten Bewertung bekannt. (Wer weis wo der Eigentümer im Winter war oder ob er Eskimo-Gene hat). Trotzdem ist wohl die Frage berechtigt wie ein Fachmann einem solchen Gebäude einen solchen Energiewert bescheinigen kann. Oder bewertet er die Gebäudesubstanz nicht und rechnet den Wert nur auf Grund der vorgelegten Verbrauchsabrechnungen aus. (aber wofür braucht man dann einen Baufachmann, das kann jede unbedarfte Bürokraft mit einem Taschenrechner). Da drängt sich doch ein ganz böser Verdacht auf. Haben vielleicht noch andere ähnliche Erfahrung gemacht?

Ein Energieausweis in dieser Form trägt m.E. zur Täuschung von Käufern und Mietern bei und damit bewirkt er genau das Gegenteil von dem was er mal sein sollte.

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