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Biotreibstoff – Innovation Algensprit

algen_© Daniel Poloha - Fotolia.comDie Debatten um den Kraftstoff E10 dauern auch nach der flächendeckenden Einführung an. Ein Kritikpunkt ist darin zu sehen, dass beispielsweise Raps ebenso gut für die Lebensmittelindustrie genutzt werden kann. Ausreichend Input für beide Bereiche bieten die Ressourcen nicht, weshalb diese Art des Biokraftstoffs umstritten ist.

Vergessen wird in den Kontroversen, dass etwa aus Algen in erheblichem Maße Öl gewonnen werden kann. Experten weisen auf das gute Abschneiden von Algen im direkten Vergleich mit Raps und anderen Pflanzen hin, wenn es um die Ölgewinnung geht. Auf gleicher Fläche sind Algen je nach Studie bis zu sechsmal ergiebiger als Raps.

Deutsche Industrie bisher sehr zurückhaltend beim Thema Algen-Treibstoff

Umso überraschender, dass der Anteil an Biodiesel aus Algen bis dato einen sehr geringen Anteil an der Gesamtmenge gemessen ausmacht. In Deutschland gibt es nach Angaben des Magazins „Wirtschaftswoche“ aus dem Frühsommer des Jahres 2013 nur eine größere Anlage zur Produktion von Algen-Biokraftstoff. Von kleineren Systemen einmal abgesehen, die vielfach eher Testobjekte sind als serienreife Konzepte. In anderen Ländern wie den USA verhält sich die Lage indes gänzlich anders. Dort hat man das Potenzial erkannt. Eben weil es in diesem Zusammenhang keine unmittelbare Konkurrenz-Situation zwischen der Herstellung von Biotreibstoff und Nahrungsmitteln gibt.

Als zentrale Vorteile des Algensprits werden genannt:

  • der geringe Flächenbedarf
  • die hohe Ergiebigkeit vieler Algensorten
  • Algen-Wuchs in Salzwasser-Regionen, Wüstengebieten mit hohen Temperaturen und sogar Abwasser-Bereichen
  • hohe Klimafreundlichkeit
  • der geringe Bedarf an Nährstoffen (Luft, Licht und Kohlendioxid reichen aus)

Dennoch wird zugleich diskutiert, dass einige Faktoren gegen die Gewinnung von Algensprit sprechen. Hier sind die folgenden Faktoren zu nennen:

  • hoher Energiebedarf beim Umpumpen des Wassers mit Algenanteil
  • fehlende technische Anlagen zur vollständigen Ausschöpfung des Algen-Wachstums
  • hohe Kosten bei der Zucht wegen ständigen Erntebedarfs
  • Modell in sonnenarmen Regionen nicht generell sinnvoll nutzbar

Investitionsbedarf, der sich lohnt?

Widersprüchlich sind Aussagen zum Wachstum der Algen-Zucht. Einerseits ist das Wachstum vorbildlich. Andererseits sorgt dies dafür, dass enorme Anlagen (Tümpel, Seen) erforderlich sind, um die Kosten zu senken und des Wachstums Herr zu werden. Die Folge sind entsprechend hohe Investitionen, um die Zucht tatsächlich rentabel und zukunftsfähig zu machen. Für die Weiterentwicklung der Technologien für die Gewinnung von Biokraftstoff aus Algen spricht, dass es etliche tausend Mikroalgen-Arten gibt, die zur Kraftstoff-Produktion genutzt werden können. Das Ziel neuer Forschungsanlagen besteht darin, Wege zur Automatisierung zu finden. Denn so können die Anlagen in der Industrie effizienter und günstiger arbeiten.

Sollten die Unternehmen der noch recht jungen Branche weiterhin Geld in die Entwicklung stecken, könnte Algensprit Alternativen wie herkömmlichen Diesel-Kraftstoff oder Sprit aus Soja in den kommenden Jahren schrittweise ersetzen. Auch in Deutschland, wo die Bereitschaft zum ökologischen Umdenken auf Verbraucherseite besonders ausgeprägt ist.

Bildquelle: © Daniel Poloha – Fotolia.com