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Blauer Strom: Energie aus dem Meer

Strom aus WasserkraftDas Meer birgt gewaltige Kräfte; wenn man sich Bilder von Tsunamis oder Sturmfluten anschaut, bekommt man eine Vorstellung davon, wie viel potentielle Energie in den Ozeanen steckt. Darum ist es kaum verwunderlich, dass diese Energie auch zur Erzeugung von Elektrizität verwendet werden kann. Hier sollen einige Methoden vorgestellt werden, die dazu beitragen könnten, saubere Energie aus dem Meer zu fördern.

Gezeitenkraftwerk

Schon fast ein alter Schuh ist die Idee, den Tidenhub zur Energiegewinnung zu nutzen. Schon im Mittelalter trieben die Menschen in England und Frankreich Getreidemühlen mit Hilfe von Ebbe und Flut an. 1897 wurde mit dieser Methode erstmals Strom erzeugt: Das herein- und herausflutende Wasser wird dazu einfach durch Turbinen geleitet, die wiederum Generatoren antreiben. Wenn der Meeresspiegel wieder sinkt, besteht sogar die Möglichkeit, das Wasser noch zurückzuhalten, um zu einem geeigneteren Zeitpunkt Strom zu erzeugen. Diese Methode eignet sich vor allem an Stellen, an denen ein großer Tidenhub herrscht. Die größten Gezeitenkraftwerke sind zurzeit in Südkorea in Betrieb beziehungsweise im Bau. Des Weiteren sind dort Anlagen mit Kapazitäten von bis zu 1.000 Megawatt geplant.

Wellenkraftwerk

Ein pneumatisches Wellenkraftwerk funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip wie das Gezeitenkraftwerk. Allerdings wird hier nicht das Wasser direkt zur Energieerzeugung genutzt, sondern die Luft, die von den Wellen verdrängt wird. Dabei drücken die Wellen die Luft aus einer Betonkammer in Rohre, in denen Turbinen stecken. Wenn die Wellen zurücklaufen, saugen sie die Luft wieder in die Kammer. Durch eine spezielle Bauweise drehen sich die Turbinen immer in dieselbe Richtung, obwohl die Luft erst von der einen und dann von der anderen Seite durch die Rohre strömt. Dadurch wird eine gleichmäßige Stromerzeugung gewährleistet und Reibungsverluste werden vermieden.

Strömungskraftwerk

Wasserregulierung mit WasserfallDas Strömungskraftwerk funktioniert im Prinzip wie ein Windkraftwerk. Nur nutzt es nicht die Strömungen des Windes sondern die des Wassers, um Strom zu erzeugen. Dadurch, dass die Dichte des Wassers viel höher ist als die der Luft, läuft das Strömungskraftwerk langsamer als ein Windkraftwerk, was die Gefahr für die Tiere minimiert. Hinzu kommt, dass es keine sichtbaren Veränderungen der Landschaft gibt, da die Rotoren im Meer versenkt werden. Nachteile ergeben sich allerdings durch die starke Materialbeanspruchung, die vom Salzwasser verursacht wird und die Einschränkungen des Schiffverkehrs. Außerdem ist die Installation der Rotoren bisher noch sehr teuer, was der Grund dafür ist, dass bislang nur Testanlagen im Betrieb sind.

Zukunftsmusik aus Japan

Die Japaner spielen derzeit mit dem Gedanken, die sogenannten Smoker als Energiequelle anzuzapfen. Bei den schwarzen und weißen Smokern handelt es sich um Öffnungen im Meeresboden, aus denen unter hohem Druck heißes Meerwasser schießt, das zuvor durch den Meeresgrund gesickert ist und dort vom Magma im Erdinneren erhitzt wurde.
Unklar ist zurzeit noch die Art und Weise, wie die Smoker zur Energiegewinnung genutzt werden sollen. Eine Möglichkeit besteht darin, das unterschiedliche Temperaturniveau zwischen dem Wasser aus den Smokern und dem umgebenen Meerwasser zu nutzen. Eine andere ist das bereits bekannte Osmose-Verfahren, bei dem das sehr salzhaltige Wasser aus den Smokern in eine Kammer, und das weniger salzige Wasser des Meeres in eine andere geleitet wird. Die physikalische Tatsache, dass dabei ein Ausgleich der unterschiedlichen Salzgehalte stattfindet, kann zur Energiegewinnung genutzt werden.

All diese unterschiedlichen Methoden lassen hoffen, dass die Energiewende auch mithilfe des Meeres gemeistert werden kann. Wer schon jetzt dazu beitragen will, dass saubere Energiegewinnung gefördert wird, der kann auf guenstiger-strom.net einen passenden Ökostromanbieter finden.

Bilder:
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