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Ermittlung des Energie- und Wasserverbrauchs beim Duschen

GlobUm wirklich Energie zu sparen und um den eigenen Verbrauch zu senken ist es wichtig, dass zunächst einmal ein Bewusstsein für die verbrauchte Energie aufgebracht wird. Wenn die verbrauchte Energie vor Augen geführt wird, sorgt allein diese Darstellung in vielen Fällen für ein verändertes Verhalten. Forscher der Universität Bamberg haben genau an diesem Punkt angesetzt und ein Gerät entwickelt, das den Energie- und Wasserverbrauch beim Duschen aufzeichnet.

Oft wird angenommen, dass beim Duschen gar nicht so viel Energie oder Wasser verbraucht wird. Dieser Annahme geht das Messgerät der Universität Bamberg jetzt auf den Grund. Das Besondere an diesem ist ein spezieller visueller Effekt, der Verbraucher zum Energiesparen anregen soll. Auf dem Display wird nämlich eine Eisscholle dargestellt. Desto mehr Wasser und Energie beim Duschen verbraucht wird, desto mehr schmilzt auch die abgebildete Eisscholle. Der Eisbär liefert damit interessante Fakten über den tatsächlichen Verbrauch von Warmwasser und Energie beim täglichen Duschen und kann damit ein neues Bewusstsein für Einsparmöglichkeiten beim Verbraucher direkt entwickeln.

Sparpotenzial durch einen animierten Eisbären

Der Name dieses Messgerätes ist „amphiro a1“, allerdings wird es umgangssprachlich nur „der Eisbär“ genannt. Thorsten Staake, der Lehrstuhlinhaber für Wirtschaftsinformatik und energieeffiziente Systeme in Bamberg, erklärte, dass durch diesen Apparat der Warmwasserverbrauch beim Duschen ziemlich gut gemessen werden kann. Entscheidend für die Werte ist aber die Wärmeenergie, denn diese wird für die Warmwasseraufbereitung genutzt.

Die Nutzung des Gerätes ist kinderleicht und schnell durchgeführt. Es wird vor dem Duschen einfach am Schlauch der Handbrause befestigt. Lobenswert ist darüber hinaus, dass der „amphiro a1“ keine zusätzliche Energie benötigt, denn die Energie wird durch eine besondere Turbine direkt aus dem Wasserfluss gewonnen – vergleichbar etwa mit einem kleinen Kraftwerk. Beim Duschen wird zunächst einmal der Wasserverbrauch seit Beginn der Dusche in Litern angezeigt. Zusätzlich wird der Energieverbrauch angezeigt, wofür eben die Wärmeenergie entscheidend ist. Der Eisbär auf seiner immer weiter dahin schmelzenden Scholle verdeutlicht, wann vielleicht doch etwas zu viel Energie aufgewendet wurde. Eine kürzere Duschdauer oder die Verwendung von weniger Energie führt dazu, dass der Eisbär nicht mehr so schnell von seinem Lebensraum vertrieben wird.

Der bekannte Wasserverbrauch führt zur Einsparung

Das Prinzip hinter diesem kleinen und praktischen Gerät ist ganz einfach: Wenn den Verbrauchern der wirkliche Energieverbrauch bekannt ist und dieser darüber hinaus zusätzlich optisch eindrucksvoll dargestellt wird, dann wird in vielen Fällen mehr auf den Energieverbrauch geachtet.

Diesen Schluss konnte auch die zweimonatige Studie in mehr als 700 Züricher Haushalten ziehen. Bei dieser Studie kam die Erfindung der Universität Bamberg das erste Mal zum Einsatz, bei dem mehr als 46.000 Duschvorgänge analysiert wurden. Die Studie zeigte, dass beim Duschen mehr als 11 Liter Wasser pro Minute verbraucht werden, bei einer Duschzeit von vier Minuten wurden im Schnitt 46 Liter Wasser verbraucht. Der Warmwasserverbrauch bildet normalerweise den zweitgrößten Energieposten im Jahr, an erster Stelle liegt aber die Raumheizung und der Kühlschrank schafft es auf Platz drei.

Durchschnittlich liegt der Schnitt beim Wasserverbrauch bei 2.000 Kilowattstunden. Die Studie zeigte, dass die 20 bis 29 Jährigen besonders viel Wasser verbrauchten. Interessant waren auch die Folgen vom Einsatz des „Eisbären“. In einem Ein-Personen-Haushalt reduzierte sich die Duschdauer um 20 % und in einem Mehrpersonen Haushalt um 24 Prozent. Es handelt sich somit um eine interessante Überprüfung des Wasserverbrauchs und zusätzlich bietet das Gerät die Möglichkeit einer deutlichen Einsparung beim Verbrauch von Wasser und Energie.

Quelle: www.uni-bamber.de
Bildquelle: © Jan Will – Fotolia.com

Autorin: Verena Meier