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Geothermie im eigenen Haus

Maison pompe à chaleur géothermiqueNicht erst seit der Nutzung der heißen Quellen und Geysire auf Island ist die Möglichkeit bekannt, die Wärme aus der Erde zum Heizen zu nutzen. Geothermie nennt sich diese Option der Energiegewinnung und es ist nicht erforderlich auf einer Vulkaninsel zu leben, damit die umweltfreundliche Heizoption angewendet wird. Vielmehr funktioniert Geothermie auch im eigenen Haus, wichtig ist nur zu wissen wie diese Wärme genutzt werden kann. Denn in gerade mal 100 Meter Tiefe herrschen ganzjährig stabile Temperaturen von 10 Grad und diese stabile Wärme in so einer geringen Tiefe kann sehr gut zum Heizen genutzt werden. Es gibt hierzulande zwei Optionen um die Wärme aus der Tiefe zu nutzen: Mit Flachkollektoren oder mit Sondensystemen. Die Sondensysteme sind dabei weiter verbreitet, da die Flachkollektoren mehr Platz benötigen.
Flachkollektoren:

  • Abtragung von nur 1 Meter vom Erdreich.
  • Flachkollektoren werden horizontal und schlangenförmig verlegt.
  • Erdwärme gelangt durch Regentropfen an die Kollektoren, da diese durch das Erdreich sickern.
  • Gute Option für das Grundwasser.
  • Es wird viel Platz benötigt, in der Regel muss die Fläche die gleichen Maße wie das Haus haben.
  • Das Erdreich darf nicht bebaut werden. In einem angelegten Garten können ebenfalls Probleme auftreten.

Sondensysteme:

  • Je nach Untergrund und Wärme werden ein bis zwei Löcher gebohrt.
  • Die Löcher sind bis zu 100 Meter tief.
  • Die Temperatur ist in dieser Tiefe ganzjährig stabil.
  • Sondensysteme benötigen weniger Platz und müssen beantragt werden.
  • Dieses System ist wesentlich stärker verbreitet.
  • Erdwärme bringt mehr Unabhängigkeit von anderen Energieträgern

    Im Haus muss die Heizung die so gewonnene Wärme natürlich noch umwandeln können. In einem Neubau stellen die Veränderungen im Normalfall kein Problem dar, in einem Altbau können aber erhebliche Veränderungen anfallen. Dann kann es passieren, dass die Investition sehr kostspielig wird. Flachkollektoren sind hier die günstige Alternative zu Sondenkollektoren.
    Zum Beheizen einer Wohnfläche von rund 100 bis 120 Quadratmetern ist eine Wärmepumpe mit einer Leistung von 8 Kilowattstunden die normale Option. In diesem Fall würden bei Flachkollektoren Kosten zwischen 15.000 und 20.000 Euro anfallen, bei der Sonde muss mit 20.000 bis 22.0000 Euro gerechnet werden. Dafür sorgt Geothermie für ein umweltfreundliches und vor allem Unabhängiges Heizsystem ohne von anderen Energieträgern abhängig zu sein. Welche der beiden Optionen letztendlich gewählt wird, hängt auch von den finanziellen Möglichkeiten und vom vorhandenen Platz ab.

    Bildquelle: © jmwebd – Fotolia.com

    Autorin: Verena Meier