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Mit einer Photovoltaikanlage den Hausbau finanzieren

Inzwischen sind in Deutschland mehr als eine Million Photovoltaikanlagen in Betrieb. Insbesondere private Hausbesitzer erwarten sich vom selbst produzierten Solarstrom eine gute Rendite. Es stellt sich eine berechtigte Frage: Lohnt sich die Investition in eine Photovoltaikanlage tatsächlich? Hilft die Erzeugung von Solarstrom bei der Baufinanzierung? Ob sich der Bau einer Photovoltaikanlage rechnet, hängt von mehreren Faktoren ab.

Die Bedeutung des Standorts

Die Standardfloskel von Firmen, die Photovoltaikanlagen bauen, lautet: Der Rohstoff Sonne ist immer und überall verfügbar. Aber nicht in der gleichen Menge, muss man seriöserweise hinzufügen. In der Praxis lässt sich zum Beispiel in Südbaden und an der norddeutschen Küste eine größere Menge an Solarstrom erzeugen, weil diese Standorte im Jahresdurchschnitt mit mehr Sonnenstunden bedacht werden als das übrige Deutschland. Ein zweiter wichtiger Faktor ist die Beschaffenheit des Dachs. Eine optimale Ausnutzung der Sonnenkraft gelingt bei Südlage des Dachs und einer Dachschräge von 30 Grad.

Finanzierung der Anlage

Das sogenannte Erneuerbare-Energien-Gesetz regelt eindeutig, mit wie viel Cent die erzeugte Kilowattstunde Solarstrom bei Einspeisung ins Stromnetz vergütet wird. Diese Vergütung ist deutlich höher als der reguläre Strompreis. Der Gesetzgeber schreibt allerdings vor, dass dieser Betrag monatlich um ein Prozent sinkt. Dafür garantiert er, dass diese Preise zwanzig Jahre lang Gültigkeit besitzen. Die sinkenden Erträge fangen die inzwischen wesentlich günstigeren Anschaffungskosten für die Solarmodule auf. Jeder Investor kann vorab exakt berechnen, welche Rendite ihn bei einem bestimmten Stromvolumen erwartet. Außerdem fördern Staat und Gemeinden nach wie vor den Bau von Photovoltaikanlagen mit Zuschüssen. Die genauen Bedingungen für solch eine Förderung hängen jedoch vom Einzelfall ab und sind bei den zuständigen Stellen zu erfragen.

Ob sich eine Photovoltaikanlage unter diesen Rahmenbedingungen rechnet, hängt von der Menge des erzeugten Solarstroms ab. Die Anlage wirft nur dann Gewinn ab, wenn sie nach spätestens zehn Jahren durch den Verkauf von Strom die Investitionssumme wieder eingespielt hat. Unter idealen Voraussetzungen, wie sie oben beschrieben sind, sollte dieser Punkt bereits früher erreicht sein. Ab diesem Zeitpunkt dient das durch die Photovoltaikanlage erwirtschaftete Geld zur Baufinanzierung. Das setzt voraus, dass der Bauherr das Haus länger als zehn Jahre in seinem Besitz hält und der Baukredit eine Laufzeit von zehn Jahren übersteigt.