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Ökostrom gefährdet Klimaziel

Energiewende_© diego1012 - Fotolia.comGleich mehrere Auswirkungen lässt die Energiewende schon jetzt in Deutschland erkennen. Und vieles davon wird als eher problematisch eingestuft. Zum Beispiel die Einsicht, dass die eingespeisten Mengen Ökostrom inzwischen viel umfangreicher ausfallen, als dies ursprünglich geplant war. In der Folge sind die für den Kauf sogenannter Emissionszertifikate zugrunde gelegten Preise drastisch in den Keller gegangen. Und schlimmer noch: Nicht zuletzt durch die steigende Nutzung von Kohle als natürlicher Energieträger ließ zuletzt den CO2-Ausstoß hierzulande massiv steigen.

Umdenken durch Ökostrom-Preisbindung an die Börse?

Eine klare Trennungslinie beim Thema Ökostrom und den zugehörigen Preisen lässt sich zwischen den Bürgern bzw. Verbraucherschützern und denen ziehen, die von der großen Energiewende derzeit am meisten profitieren. Und das sind gerade auch in der zuletzt genannten Gruppe einige. Zu den Profiteuren gehören nicht nur die großen Energieerzeuger und ihre Geldgeber. Viele deutsche Hausbesitzer und Landwirte haben sich entschieden, ihren eigenen Strom zu erzeugen und überschüssige Mengen ins Netz einzuspeisen, um so in den Genuss der Subventionen vom Staat zu kommen.

Die Lobby ist rasch so groß geworden, dass die Politik Schwierigkeiten hat, neue Ziele in die Tat um- und sich gegen die Fürsprecher durchzusetzen. Kritiker fordern längst die Abschaffung des EEG. Der Ökostrompreis müsse, so die Forderungen, an den Börsenpreis gebunden ermittelt werden. Zumal auch in diesem Fall weiterhin Förderungen möglich wären. Selbst die Kanzlerin äußerte kürzlich, dass es zu viele Nutznießer des Gesetzes gebe.

Kosten für Energiewende in Billionen-Höhe

Für die Bürger bedeutet dies, dass die Angst vor einem Preisanstieg weiterhin omnipräsent ist. Die Erwartungen sind recht eindeutig in der Bevölkerung, man äußert die Befürchtung, dass die weiterhin geltenden Vorzugspreise für Ökostrom fortgesetzt zum Aufwärtstrend beim Strompreis führen werden. Schon jetzt belaufen sich die Ausgaben im Zusammenhang mit der Energiewende nach Aussagen des Umweltministers Altmaier auf etwa eine Billion Euro. Für manchen Gewerbetreibenden wie Hotels oder Pensionen bedeuten die großen Windanlagen auch Umsatzeinbußen aufgrund der Lärmbelastung, und des daraus folgenden Gästeschwundes.

Ausstoß von Kohlendioxid steigt inzwischen wieder deutlich

Viel schlimmer wiegen für Umweltschützer aber die angesprochenen aktuell geringen Preise für Emissionszertifikate – in ganz Europa. Sie haben zur Folge, dass die Bestrebungen zur Senkung der CO2-Emissionen immer weiter zurückgehen. Sehr zum Schaden der Umwelt. Zudem vertrauen die Energiekonzerne an Tagen mit schlechten Bedingungen für Solar- und Windenergie-Systeme auf Braunkohlekraftwerke. Und erhöhen so den Ausstoß der Emissionen, die durch die neuen Technologien eigentlich ja gesenkt werden sollten. Ganz abgesehen davon, dass der deutsche Stromkunde dafür zahlt, wenn die Versorger ihre Überproduktion in Nachbarländer wie die Niederlande oder Polen verkaufen.

Dass die Ökostrom-Förderung am Ende zu einer Erhöhung des Kohlendioxid-Ausstoßes führen würde, konnte sich mancher Laie wohl nicht vorstellen. Am Ende zeigt sich vor allem, dass Ökostrom nicht der erhoffte wirtschaftliche Selbstläufer ist.

Bildquelle: © diego1012 – Fotolia.com