Photovoltaik-Branche könnte neuen Boom erleben

Solar panels with technicianWeltweit erleben die Unternehmen der Photovoltaik-Branche einen beachtlichen Zuwachs. Das Jahr 2014 ist schon jetzt das große Jahr der Rekorde. Jedoch: In Deutschland bleibt dieser Boom derzeit weitgehend aus. Ein echtes Ärgernis – vor allem für die Unternehmen, die hierzulande ansässig sind und sich im massiven Wettbewerb mit der internationalen Konkurrenz durch gute Absatzzahlen in der Heimat bewähren könnten. Zu einem Teil, so die Einschätzung manches Experten, geht dieses Dilemma auf das Konto der Bundesregierung, die nach wie vor nicht ausreichend Unterstützung für die Photovoltaik-Hersteller biete. Doch die Lage scheint sich ganz allmählich zu entspannen.

Deutschland vor dem neuen Solaranlagen-Boom?

Und mehr noch: So mancher Experte erwartet, dass Deutschland 2014 endlich die nötige Entwicklung erreichen könnte, damit auch hier neue Rekordwerte erzielt werden. Eine wichtige Voraussetzung für positive Veränderungen wäre aus Sicht der Kritiker der bisherigen Lage in Deutschland, dass die Bundesregierung dem Boom keine Steine in den Weg legt, indem neue Regeln geschaffen werden. Erstaunlich an der negativen Situation ist, dass Deutschland im eigentlichen Sinne zu den großen Vorreitern der Branche gehörte und maßgeblich den Weg für den globalen Fortschritt ebnete. Vorschub leistete dieser Tatsache nicht zuletzt das sogenannte Erneuerbare-Energien-Gesetz mit den Einspeisevergütungen für alle, die selbst Strom erzeugen und ihre Solarenergie ins deutsche Stromnetz einspeisen.

Produzierte Mengen werden bald rasant steigen

Aufgrund der rasant gestiegenen Ökostrom-Kosten und die reduzierten Entgelte, die von der Bundesregierung umgesetzt wurden, gerieten etliche große Photovoltaikanlagen-Hersteller in wirtschaftliche Schieflage oder gar die Insolvenz. Langsam aber sicher erhält die Branche nun seit einiger Zeit Aufwind. Die Einschätzungen der weiteren Entwicklungen fallen bei den Analysten durchwachsen, aber eher optimistisch aus. Nicht nur hinsichtlich der Umstände in Deutschland, sondern international betrachtet. Bei der Deutschen Bank wird einer aktuellen Studie zufolge für das Jahr 2014 eine weltweite Gesamt-Strommenge von 46 Gigawatt erwartet, im nächsten Jahr soll die Menge auf 56 Gigawatt steigen. Ähnlich gute Erwartungen äußert man bei DB Research. Dort heißt es, die Photovoltaik-Nachfrage steige international weiter, was auch zu einer deutlich höheren Solarmodul-Produktion führen werde. Gut für die Branche, denn größere Produktionsmengen lassen die Produktionskosten sinken.

Verbraucherschützer gehen von geringeren Produktionskosten aus

Dies wird sich zugleich auf den Markt in Deutschland positiv auswirken. Sonnenstrom zu einem Preis von sechs bis neun Cent pro Kilowattstunde? Für den Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) ist dies keine Zukunftsmusik, sondern wahrscheinlich schon in wenigen Jahren absolut normal. Die günstigeren Produktionsbedingungen können so am Ende zur Folge haben, dass Erzeuger nicht mehr auf die staatlichen Vergütungen für die Einspeisung angewiesen sein könnten. Für 2018 rechnet der VZBV damit, dass ein Zehntel der erzeugten Solarenergie sofort verbraucht wird. Das bestätigen die Branchenverbände, die sich sogar einen noch höheren Direktverbrauch des erzeugten Stroms vorstellen können für die nahe Zukunft.

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