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Solar-Unternehmen stehen wegen Regierungsplänen unter Druck

Die deutsche EnergiewendeSchon früh nach Bekanntwerden der angekündigten Subventionskürzungen, die von der großen Koalition auf den Weg gebracht werden sollen, regte sich Widerstand aus der Industrie. Erste Auswirkungen machen sich nun auch bereits an der Börse bemerkbar. Manche Aktien, wie die der Solar-Unternehmen Phoenix Solar oder SMA Solar, stehen seit einiger Zeit spürbar unter Druck. Viele Anleger sind verunsichert, welche Folgen die Nachbesserungen im Bereich der Energiewende auf den Solar-Markt haben werden.

Viele Unternehmen machen sich schon jetzt Sorgen

Auch das Unternehmen Nordex musste miterleben, was Ankündigungen dieser Art bewirken können. War die Branche an sich seit einiger Zeit kaum von den Schwankungen der Kurse in Mitleidenschaft gezogen worden, wird der Sektor an der Börse zunehmend volatiler. Teils herbe Kursverluste sorgen dafür, dass sich die Konzerne verstärkt Gedanken über die eigene Unternehmenspraxis und im Einzelfall sogar die Kapitalversorgung machen müssen. Für Aktionäre (in spe) wiederum bietet die neue Volatilität durchaus Chancen auf ordentliche Gewinne – etwa über Seitwärtsrenditen oder die besagten Kursabschläge. In wenigen Branchen steckt aus Sicht manches Experten momentan daher viel Potenzial für Gewinnmitnahmen.

Geringere Jahresumsätze bei manchem Konzern

Das Unternehmen SMA Solar traf es Anfang November gar so heftig, dass man sich zur Korrektur der bisherigen Prognose für das Geschäft im Jahr 2013 gezwungen sah. Die drohenden Kürzungen der Subventionen in Deutschland, aber auch in Italien, brachten Sorgenfalten beim bekannten Hersteller von Solar-Wechselrichtern. Für das letzte Jahresviertel verbuchte man sogar nur einen Umsatz in Höhe von knapp unter 248 Millionen Euro – ein Minus von über 30 Prozent. Vor Steuern und Zinsen verlor der Konzern immerhin 6,8 Millionen Euro, während man 2012 im Vergleichszeitraum noch 32 Millionen Euro als Gewinn realisierte. Nun erwartet man für das gesamte Jahr lediglich einen Umsatz von 900 Millionen Euro, während man vorher noch bis zu 1,3 Milliarden Euro für möglich hielt. Bis zu 90 Millionen Euro könnte der Jahresverlust am Ende betragen, samt Stellenabbau.

Auch der Konkurrenzdruck aus dem Ausland nimmt weiter zu

Viele andere Firmen rechnen für dieses und das nächste Jahr ebenfalls mit deutlich geringeren Umsätzen und vielfach schmerzlichen Verlusten – nicht nur im Aktienbereich. Das Unternehmen Phoenix Solar hingegen kann sich zumindest auf sein Auslandsgeschäft verlassen und ist zugleich an der Deutschen Börse weniger dramatisch betroffen als mancher Mitbewerber auf dem deutschen Markt. Das dritte Quartal brachte einen operativen Gewinn in Höhe von 2,2 Millionen Euro ein. Für 2013 erwarten die Unternehmensführungen einen Umsatz von bis zu 190 Millionen Euro. Damit würde man weniger hart von den EEG-Veränderungen erwischt als viele andere Konzerne. Der Windkraftanlagen-Hersteller Nordex hofft ebenfalls Dank der Aktivitäten im Ausland auf ein anhaltend gutes Plus. Von Januar 2013 bis jetzt legte die Aktie um über 250 Prozent zu.

Insgesamt muss sich nun zeigen, wie drastisch die Kürzungen der Subventionen tatsächlich ausfallen und wie sich die deutschen Solar-Unternehmen im internationalen Wettbewerb behaupten können – vom heimischen Markt einmal ganz abgesehen, der ebenfalls verstärkt von günstigen Anbietern aus Asien angegangen wird. Diese starke Konkurrenz wird von vielen Analysten mindestens als vergleichbar große Bedrohung wahrgenommen wie die Pläne der neuen Koalition aus Union und SPD.

Bildquelle: © beermedia – Fotolia.com