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Sparprogramm bei Vattenfall

Kraftwerk_© Hardy - Fotolia.comWenn die großen Energiekonzerne von Einbußen beim Gewinn und den daraus resultierenden Konsequenzen sprechen, erschließen sich die Gründe für den normalen Endverbraucher nicht immer auf den ersten Blick. Dennoch gibt es regelmäßige Pressemeldungen, dass die Versorger inzwischen nicht mehr so viel Geld verdienen, wie es mal der Fall war. Dies gilt auch für den schwedischen Großkonzern Vattenfall, der für das Jahr 2014 aufgrund der aktuellen Zahlen deutliche Veränderungen ankündigt, die auch die deutsche Kundschaft betreffen könnte. Um insgesamt 285 Millionen Euro will das Unternehmen im kommenden Jahr die laufenden Kosten senken.

Planung im Zusammenhang mit Wahlen in Schweden

Die zugrunde gelegten Argumente klingen nicht neu. Vor allem hohe Abschreibungen nennt das Unternehmen als Auslöser für das Vorhaben. 2014 werden sich die Abschreibungen angeblich auf immerhin 3,4 Milliarden Euro belaufen. Die Folge wird sein, dass Vattenfall als staatlicher Anbieter eine klare Trennung zwischen dem skandinavischen Heimatmarkt und einem deutschen bzw. allgemein kontinentaleuropäischen Unternehmens-Format vorsieht. Nicht zuletzt bedingt durch die Energiewende, die insbesondere von der deutschen Regierung vorangetrieben wird. Auch ein steigendes Produktionsrisiko nennt das Unternehmen als Grund für das Umdenken im Europageschäft. Obwohl es wiederholt Indizien gab, die auf massive Konzernveränderungen hindeuteten, zeigen sich viele Kenner der Branche dennoch überrascht, dass man sich im Hause Vattenfall schon jetzt zu einer Veröffentlichung der Neuigkeiten entschieden hat. Andererseits wollte man beim Staatskonzern wohl vermeiden, dass die Meldung im schwedischen Wahljahr 2014 zu einem noch größeren Politikum wird.

Verantwortung in Deutschland soll bei Hatakka bleiben

Der deutsche Teil des neu entstandenen Unternehmens soll nach wie vor unter der Leitung von Tuomo Hatakka stehen. Ein Hinweis auf resolute Maßnahmen war aus Sicht von Experten unter anderem der schrittweise Vattenfall-Ausstieg aus dem dänischen und finnischen Geschäft. Auch hatte man sich bereits vom Business im deutschen Nachbarland Polen getrennt. Mit der Abkoppelung der Deutschland-Tochter sowie der Ableger in Holland und Großbritannien hatte erst einmal kaum jemand gerechnet.

Noch höherer Anspruch an Einsparungen

Andere Chancen zur Senkung der Abschreibungen sieht man beim Unternehmen momentan schlichtweg nicht. Über die Ausgliederungen hinaus setzt man bei Vattenfall außerdem auf klare Kante bei der Einstellungspolitik. Erst in der vergangenen Woche kündigte man einen zusätzlichen Einstellungsstopp an – zumindest für die nahe Zukunft. Pro Jahr will man statt bisher 170 Millionen nun wie gesagt jährlich 285 Millionen Euro einsparen, um die Belastungen auf diesem Wege zu senken. Das schwedische Unternehmen steht mit dieser Arbeitsweise nicht allein dar. Viele andere Konzerne der Branche sind von ähnlichen Problemen betroffen und müssen Wege aus der finanziellen Krise finden. Im Falle Vattenfalls hatten die Medien in Schweden in schöner Regelmäßigkeit den Ausstieg in Deutschland gefordert, weil man die Expansion aus früheren Jahren für falsch hielt.

Bildquelle: © Hardy – Fotolia.com