Strompreisentwicklung 2016 – höhere Kosten für Verbraucher?

stromzählerBereits 140 Stromversorger haben ihre Kunden über Strompreiserhöhungen mit dem Jahreswechsel informiert. Gut fünf Millionen Haushalte sind betroffen. Im Laufe des Jahres könnten sogar noch mehr Anbieter ihre Preise korrigieren, natürlich nur nach oben. Im Vergleich dazu gibt es nur 35 Stromanbieter, die ihre Preise ab 01.01.2016 senken.

Doch warum steigen die Strompreise? Die Gründe dafür sind vielfältig. Eine Auswahl der Gründe haben wir im Folgenden zusammengestellt:

  • EEG-Umlage steigt auf Rekord-Niveau
  • KWK-Umlage wird verdoppelt
  • Netzentgelte steigen
  • Abgabe für Braunkohlekraftwerke neu eingeführt

EEG-Umlage steigt auf Rekord-Niveau

Einer der Hauptgründe für die neuerliche Strompreiserhöhung ist die EEG-Umlage. 2015 ist diese erstmals leicht gesunken, von 6,24 auf 6,17 Cent je Kilowattstunde (kWh). Im Jahr 2016 wird sie jedoch wieder steigen, und zwar auf 6,35 Cent je kWh (Quelle: WDR). Damit müsste eine vierköpfige Familie mit 5.000 kWh Stromverbrauch pro Jahr gut elf Euro mehr alleine aufgrund der EEG-Umlage zahlen.

Zuschüsse für KWK-Anlagen verdoppeln sich

Die Große Koalition hat zudem beschlossen, die Zuschüsse für Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen ab 2016 zu verdoppeln (Quelle: bhkw-jetzt.de). Die auch als KWK-Umlage bezeichneten Kosten belaufen sich dann nicht mehr auf 0,25 Cent je kWh, sondern auf 0,53 Cent je kWh. Die Musterfamilie aus unserem Beispiel würde damit 14 Euro mehr pro Jahr zahlen.

Netzentgelte steigen

Ebenfalls zeichnet sich 2016 der Trend zu steigenden Netzentgelten ab. Um die Energiewende voranzutreiben, müssen die Netzbetreiber enorme Investitionen in die Infrastruktur vornehmen. Diese werden mit Sicherheit auch zum Teil oder gar vollständig an den Verbraucher weitergegeben. Außerdem fordert Seehofer eine Erdverkabelung der Nord-Süd-Stromtrassen, die zusätzliche drei bis acht Milliarden Euro verschlingen dürfte. Damit müssen Verbraucher von einer durchschnittlichen Preiserhöhung von 5,4 Prozent ausgehen, was etwa 7,55 Cent je kWh ergibt. Im Jahresschnitt ergeben sich für die Musterfamilie durch die steigenden Netzentgelte noch einmal Mehrkosten von rund 50 Euro.

Abgabe für Braunkohlekraftwerke eingeführt

Weitere Strompreiserhöhungen können sich aufgrund der neu eingeführten Abgabe für Braunkohlekraftwerke ergeben. Diese Kraftwerke sollen zwar vom Stromnetz genommen, für Spitzenzeiten als Reserve aber bereitgehalten werden. Insgesamt erhalten die Stromversorger dafür gut 230 Millionen Euro pro Jahr für insgesamt sieben Jahre. Auch dadurch würde sich der Strompreis wieder um 0,05 Cent je Kilowattstunde erhöhen. Bei der Musterfamilie ergäben sich so Mehrkosten von gut 25 Euro jährlich. Daraus ergibt sich folgende Gesamterhöhung:

Gesamtpreiserhöhung100,00 €
EEG-Umlage11,00 €
KWK-Umlage 14,00 €
Netzentgelte50,00 €
Abgabe für Braunkohlekraftwerke25,00 €

So sparen Sie beim Strompreis 2016

Wie eingangs erwähnt, gibt es aber auch Stromanbieter, die ihre Preise zum Jahreswechsel gesenkt haben. Zusätzlich haben Experten ermittelt, dass die Preisdifferenz zwischen dem Grundversorger und dem günstigsten alternativen Anbieter immer weiter ansteigt. Sie soll sich in diesem Jahr um gut drei Prozent erhöhen. Deutlich wird dies am Beispiel eines Haushalts mit 3.500 kWh jährlichem Stromverbrauch. Beim Grundversorger zahlt der Haushalt durchschnittlich 1.068,68 Euro, beim günstigsten Alternativversorger dagegen nur 706,74 Euro. Alleine damit sind schon Einsparungen von 361,94 Euro möglich.

Um den für Sie günstigsten Stromanbieter zu finden, sollten Sie deshalb auf jeden Fall die Preise vergleichen. Dafür benötigen Sie zunächst den Stromverbrauch, den Sie einfach anhand der letzten Stromrechnung ablesen können sowie für die Ummeldung die Zählernummer Ihres Stromzählers.

Der Vergleich gelingt besonders einfach im Internet. Dort werden alle verfügbaren Stromanbieter für Ihre Region miteinander verglichen. So lassen sich durch einen Stromvergleich mit Wechselpiraten.de beispielsweise mehrere Hundert Euro pro Jahr einsparen. Wichtig ist dabei, dass Sie die Vertragsbedingungen genau überprüfen. Entscheidende Kriterien sind etwa

  • Vertragslaufzeit
  • Wechselbonus
  • Preise/Konditionen

Verträge mit Kautions- und Vorkassezahlungen sollten Sie meiden. Diese gelten gemeinhin als unseriös. Entscheiden Sie sich lieber für kurze Vertragslaufzeiten und monatlich kündbare Verträge. Sind Sie nach dem Wechsel doch unzufrieden, können Sie so leichter zu einem neuen Anbieter wechseln. Haben Sie einen passenden Anbieter gefunden, beauftragen Sie ihn mit dem Wechsel. Wichtig: Kündigen Sie den alten Vertrag nicht selbst, das macht der neue Anbieter für Sie. Zum schriftlich bestätigten Wechseltermin notieren Sie noch einmal die Zählerstände und teilen diese dem alten und neuen Anbieter mit.

Bildquelle: © geralt – pixabay.com