Subventionen für E-Autos gefordert von Infineon-Chef

electric carDass ausgerechnet der Chef eines der weltweit erfolgreichsten Chip-Herstellers Stellung zur Entwicklung des Marktes für Elektroautos bezieht, ist nur auf den ersten Blick verwirrend. Denn natürlich möchten die Unternehmen der Chip-Branche ihrerseits ein möglichst großes Stück vom Kuchen abbekommen, wenn sie an der Entwicklung neuer Autobatterien mitarbeiten. Reinhard Ploss, der amtierende Chef des Unternehmens Infineon, fordert von der kommenden Bundesregierung Subventionen auf die Anschaffung von E-Autos durch die Konsumenten.

Modell mit zeitlicher Einschränkung wäre denkbar

Davon verspricht sich der Manager einen steigenden Absatz auf dem nach wie vor recht überschaubar großen Deutschland-Markt. Ginge es nach Ploss, sollten es direkte Förderungen sein. Ein Ansatz könnte sein, Privatverbrauchern Anreize durch den Verzicht auf die Mehrwertsteuer zu schaffen, wie beim Halbleiterhersteller aus München zu vernehmen war. Allerdings nicht beim Verkaufspreis, sondern am besten beim Strom. Dabei könnte es sich, so der Infineon-Chef, durchaus um ein zeitlich eingeschränktes Fördermodell handelt – schlicht um den Verkaufszahlen einen Anschub zu geben. Noch seien die deutschen Autofahrer zu zurückhaltend, weil die Preise für Elektroautos zu hoch sind.

Ähnlicher Ansatz wie bei Katalysator-Subventionierung?

Eine mögliche Parallele sieht man bei Infineon zum früheren, erfolgreichen Förderansatz, durch den der Staat den Verkauf von Fahrzeugen mit Katalysator angekurbelt hat. Wieso sollte man nicht auch im Bereich der Mobilitäts-Elektrifizierung auf ähnlichem Wege Erfolge verbuchen können? Die Kosten für E-Autos liegen auch auf dem Gebiet der Halbleitertechnik deutlich über denen bei einem Wagen mit klassischem Verbrennungsmotor. Letzterer beinhaltet im Durchschnitt Halbleiter im Gesamtwert von etwa 350 Dollar, während im Hybrid- oder E-Fahrzeug Halbleiter-Technik im Gesamtwert von gut 700 Dollar steckt. Diese Extrakosten kommen zwangsläufig beim Verbraucher an.

Ploss fordert umgehende Senkung der Ökostromumlage

Die Subventions-Forderungen sind nicht die einzigen kritischen Formulierungen im Rahmen der Bilanzveröffentlichung fürs abgelaufene Infineon-Geschäftsjahr gewesen. Unternehmenschef Ploss kritisierte in einer Rede zugleich den zunehmenden Anstieg der Preise auf dem deutschen Strommarkt. Für das eigene wie für viele andere Unternehmen sei der Kostenanstieg schmerzhaft. Einmal mehr folgt der scheinbar unvermeidbare Hinweis daraus, dass die hohen Energiepreise verstärkt dazu führen könnten, dass Unternehmen den Standort Deutschland verlassen. Eine denkbare Lösung sieht Ploss in der Reduzierung der EEG-Umlage auf ein früheres Niveau. Statt einer weiteren Anhebung sei es Zeit für eine Kosten-Rückführung.

Für das eigene Unternehmen sieht der Firmenchef vor allem die Impulse vom US-Markt als gute Chancen, um das schleppende Geschäft im kommenden Jahr hinter sich zu lassen. Schon die zweite Jahreshälfte machte bei Infineon Hoffnung auf ein Ende der vormals schwierigen Phase. Prognosen für das nächste Geschäftsjahr aber will der Experte nicht wagen.

Bildquelle: © savoieleysse – Fotolia.com