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Tiefgefrorene Energie: Strom aus gefrorener Luft

Sie umgibt uns zu jeder Zeit und wir brauchen sie zum Leben: Luft. Aber mit Luft lässt sich vielleicht auch eines der größten Probleme der Energiewende meistern. Denn die Energie, die aus regenerativen Quellen gewonnen wird, übersteigt jetzt schon zeitweise die Kapazitäten des Stromnetzes. Der Ausbau der dringend benötigten Leitungen geht nämlich nur schleppend voran und selbst mit einem geeigneten Stromnetz besteht nach wie vor die Gefahr, dass die regenerativen Energien nicht die Versorgungssicherheit gewährleisten können. Denn vor allem bei der Wind- und Sonnenenergie ergibt sich das Problem, dass diese Energieformen nicht zuverlässig vorhanden sind: Mal weht der Wind und es scheint die Sonne und mal ist es bewölkt und windstill. Das bedeutet, dass diese Schwankungen irgendwie aufgefangen werden müssen. Sollte es zu viel Strom geben, muss er irgendwo gespeichert werden und sollte es zu wenig geben, muss er flexibel und schnell bereitgestellt werden.

Engländer wollen Luft einfrieren

Eine Lösung dafür könnte im wahrsten Sinne des Wortes in der Luft liegen: Denn ein englisches Unternehmen verfolgt das Ziel, die ganz normale Umgebungsluft quasi tiefzufrieren. Hierbei wird die Luft gereinigt, indem ihr sämtlicher Wasserdampf, das CO2 und alle Schmutzpartikel entzogen werden. Nach dieser Reinigung wird die Luft unter Druck gesetzt und durch starkes Abkühlen verflüssigt. Diese flüssige Luft kann nun unter niedrigem Druck gelagert und bei Bedarf wieder in den gasförmigen Zustand zurückversetzt werden. Dabei dehnt sie sich aus und treibt Turbinen an, die mit einem Generator verbunden sind; somit lässt sich zu jeder Zeit Energie speichern und erzeugen.

Methode mit Potential

Ein großer Vorteil liegt in der flexiblen Anwendung dieser Systeme; die Anlage der englischen Betreiberfirma beispielsweise steht direkt neben einem konventionellen Kraftwerk und nutzt dessen Abwärme für die Flüssigluft-Speicherung. Hinzu kommt, dass die Anlagen in der Größe stark variieren können und die verwendete Technik ausgereift und somit sehr langlebig ist.
Nach Angaben des Betreibers ist es mit der Anlage derzeit möglich, 40 bis 50 Megawattstunden gespeicherte Energie abzugeben; das bedeutet, dass 10.000 Haushalte ungefähr vier bis fünf Stunden mit Strom versorgt werden können, was dazu beiträgt, Spitzenlasten auszugleichen.
Zusammen mit anderen Energiespeichern wie Pumpspeicherkraftwerken, Druckluftspeichern oder der chemischen Speicherung kann mit dieser Methode ein weiterer Schritt zur Energiewende gemeistert werden. Wer mehr über erneuerbare Energie und die verschiedenen Möglichkeiten zu deren Gewinnung erfahren möchte, der kann sich auf http://www.cleanenergy-project.de informieren.

Bild: © magann - Fotolia.com