TÜV hat neues Nachhaltigkeits-Gütesiegel erarbeitet

nachhaltig nachhaltigkeitWenn Unternehmen sich mit dem Thema Nachhaltigkeit befassen, ist dies zunächst einmal ein Pluspunkt für die Natur. Doch nicht nur die Umwelt darf sich freuen, wenn die Industrie sich Gedanken macht, wie man die natürlichen Ressourcen schonen und die Umweltbelastungen senken kann. Für die Unternehmen selbst macht sich der Einsatz ebenfalls bezahlt, wie immer häufiger in den Medien berichtet wird und auch in den Geschäftszahlen manches Herstellers abgelesen werden kann. Insgesamt wurden im Jahr 2012 Produkte mit einem Gesamtwert von 650 Millionen Euro verkauft im Bereich des sogenannten Fairen Handels.

Mehr Umsatz durch Umweltschutz-Maßnahmen?

Im Vergleich zum Vorjahr macht dies einen Zuwachs von etwa einem Drittel aus. Auf die Zeit ab 2008 kalkuliert, liegt das Plus der Sparte sogar bei 100 Prozent. Das geht aus einer Meldung des „Forums Fairer Handel“ mit Sitz in Berlin hervor. Die Aussicht auf steigende Umsätze ist ein gutes Argument für Unternehmen, sich verstärkt nach nachhaltig ausgerichteten Konzepten umzuschauen. Dass Image alles ist, mag so nicht ganz zutreffen – unwichtig aber ist es dennoch nicht. Zumal Nachhaltigkeit zurecht inzwischen als Vorteil im zunehmenden Wettbewerb eingestuft wird. Das Problem für Unternehmen und Konsumenten gleichermaßen: Bis dato gibt es nur bedingt verlässliche Kriterien und Normen, wie Firmen nachhaltig wirtschaften können und sollen.
Unter anderem aus diesem Grund haben sich die Experten des TÜV Rheinland überlegt, wie man einen einheitlichen Standard ausarbeiten kann.

Sieben Grundvoraussetzungen sind zu erfüllen

Das Ergebnis ist der Standard „Nachhaltige Unternehmensführung“, der in Form eines Prüfsiegels vergeben wird. Unternehmen selbst können entscheiden, ob sie sich der durchaus nicht leichten Herausforderung stellen möchten, um in den Genuss des Siegels zu kommen. Das Zertifikat setzt sich aus drei Teilbereichen zusammen: rein ökologischen Kriterien sowie Faktoren aus dem sozialen und wirtschaftlichen Sektor. Die TÜV-Anforderungen werden insgesamt in sieben Unterpunkte aufgeschlüsselt. Diese sind: Qualitätssicherung, Informationstechnik und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sowie Umweltschutz und Energie (als ein Komplett-Bereich), Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (ebenfalls ein gemeinsamer Aspekt) und soziale Verantwortung.

Neue Standards mit bewährten Kriterien kombiniert

Gänzlich neu ist das Modell nicht. Eher geht es hierbei darum, dass der TÜV Rheinland neben einigen Innovationen verschiedene bereits existierende Standards in den Rahmen des neuen Prüfsiegels eingebunden hat. So etwa den Stand ISO 50001 (Energiemanagement), den Standard für Informationssicherheit (ISO 27001) und den Qualitätsmanagementstandard ISO 9001. Erwähnenswert am Nachhaltigkeits-Standard ist die Tatsache, dass schon das Nicht-Erfüllen eines einzigen Kriteriums ausreicht, um einen neuen Anlauf erforderlich zu machen. In diesem Fall müssen die Kandidaten entsprechende Korrekturen vornehmen und sich erneuten Überprüfungen unterziehen.

Die TÜV Rheinland-Geschäftsführerin, Gabriele Rauße, hält die neue Zertifizierung für einen wichtigen Schritt, weil Nachhaltigkeit ein wachsender Wirtschaftsfaktor in Deutschland wird. Zu dessen Bewertung sind Verbraucher und Unternehmen auf sinnvolle Hilfestellungen angewiesen. Zielgruppe des Standards sind in erster Linie Unternehmen des Mittelstandes.

Bildquelle: © mopsgrafik – Fotolia.com