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Wie kann ich mich gegen Schäden beim Aufbau einer Solaranlage absichern?

Damit sich der Neubau oder der energieeffiziente Umbau nicht zum Desaster entwickelt, müssen Bauherren das Bauvorhaben gegen unvorhersehbare Schäden versichern. Dafür gibt es verschiedene Versicherungen. Hier ein Überblick:

Auf dem Dach geht es heiß her

In luftiger Höhe arbeiten nicht nur Dachdecker. Die Monteure von Fotovoltaikanlagen müssen genauso hoch hinaus. Die Bauherrenhaftpflichtversicherung schützt vor Sach- und Personenschäden, die durch die Baustelle entstehen. Wenn die Dachkante wegbricht und ein Arbeiter dadurch vom Dach stürzt, dann greift die Bauherrenhaftpflicht. Die Bauleistungsversicherung tritt ein, wenn Schäden durch Witterungseinflüsse, Diebstahl und Vandalismus entstehen. Sie umfasst sowohl Baumaterial als auch mit dem Gebäude bereits fest verbundenes Material und Bauleistungen.

Die beste Police versichert den Einbau von Fotovoltaikanlagen und Solaranlagen bis zu einer bestimmten Größe in der Bauleistungsversicherung ohne Mehrbetrag mit. Sind die Schäden an der Solaranlage durch Fahrlässigkeit oder Materialfehler entstanden, dann greift die Bauleistungsversicherung. Sie gilt vom ersten Spatenstich bis zur Fertigstellung. Die Bauherren müssen die Bauherrenhaftpflichtversicherung abschließen. Eine Bauleistungsversicherung dagegen kann durch die Baufirma oder durch den Bauherren abgeschlossen werden.

Das Eintreten technischer Probleme

Bei unsachgemäßer Installation können technische Probleme schon bald nach der Inbetriebnahme entstehen. Korrosion und Kurzschlüsse legen ganze Module lahm. Moduldefekte durch Verwerfungen der Gestelle und zu geringe Leitungsquerschnitte sind keine Seltenheit. Durch falsche statische Angaben kann der gesamte Dachstuhl unter der Last der Solaranlage zusammenbrechen. Wenn eine Solaranlage brennt, kann das an fehlerhaften Lötverbindungen liegen. Durch diese entsteht ein Lichtbogen, der das Dach entzünden kann. Spröde Leitungen und schadhafte Kabel können ebenfalls einen Brand auslösen.

Die Prüfung der einzelnen Module vor der Montage kann Abhilfe schaffen. Elektriker brauchen für den ordnungsgemäßen Anschluss von Solaranlagen eine spezielle Weiterbildung. Auch die Montage muss fachgerecht, unter Verwendung modernster Montagetechniken, durchgeführt werden. Der Bauherr kann die Anlage nach Fertigstellung durch einen Sachverständigen überprüfen lassen. Für eine Solaranlage mit einer Leistung von 30 Kilowatt werden dafür rund 1000 Euro fällig. Für Pfusch am Bau ist die Baufirma zuständig. Die häufigsten Schäden an Fotovoltaikanlagen sind Überspannungsschäden. Sie entstehen durch Blitze. Eine geeignete Blitzschutzanlage kann hier helfen. Die Blitzschutzstangen benötigen einen entsprechenden Abstand zu den Solarmodulen. Sonst werden Wechselrichter, Module und weitere Bauteile beschädigt.

Fazit: Schäden an Fotovoltaikanlagen können durch zertifiziertes, hochwertiges Material und einen Einbau durch qualifizierte Fachkräfte verringert werden. Bauherrenhaftpflicht und Bauleistungsversicherung sind fast Pflicht für jeden Neu- und Umbau. Nach dem Einbau muss die Solaranlage extra durch eine Fotovoltaikversicherung abgesichert werden.

Bild: © Marina Lohrbach - Fotolia.com