E-Autos sollen schon bald längeren Atem haben

E-Auto_ © beermedia - Fotolia.comDie Zahl derer, die sich für die Anschaffung eines Elektroautos entscheiden, steigt auch in Deutschland zusehends. Problematisch gestaltet sich dabei für die stolzen Besitzer aber nach wie vor der „Tankvorgang“, denn noch immer kann das Tankstellen-Netz hierzulande trotz aller Verbesserungen nicht unbedingt als optimal bezeichnet werden. Hinzu kommt, dass die Leistungsfähigkeit der Fahrzeuge mit E-Antrieb noch nicht jedem Anspruch gerecht wird. Gemeint ist damit vor allem die Reichweite, die die Fahrer mit einer Akku-Ladung absolvieren können. Die Experten der Fahrzeughersteller und Ingenieure an etlichen deutschen Hochschulen arbeiten aber auf Hochtouren daran, die bisherigen Probleme aus der Welt zu schaffen. Oft arbeiten Wissenschaftler und Hersteller Hand in Hand.

Großer Entwicklungsbedarf bei deutschen Autoherstellern

Zulieferer und Fahrzeughersteller suchen in Deutschland momentan händeringend nach Experten für die Verbesserung der bisherigen Technologien. Und dies nicht ausschließlich aus freien Stücken, sondern zu einem Großteil deshalb, weil sie den neuen Trend nicht verschlafen möchten und frühzeitig die neuen Richtwerte der Europäischen Union erreichen möchten. 2020 dürfen neue Fahrzeuge nur noch maximal zwei Drittel der aktuellen CO-Obergrenze vorweisen. Hersteller, die Hybridfahrzeuge und E-Autos im Sortiment haben, können sich deren Werte auf die Neuwagen mit herkömmlichem Antrieb anrechnen lassen.

Hersteller wie BMW weiten Entwicklung rasant aus

Eine wichtige Rolle spielt beim Absatz der E-Autos das Unterfangen, bestehende Klischees aus der Welt zu schaffen. Noch immer fürchten viele Interessenten, dass sie mit dem Elektroauto wegen zu geringer Reichweiten liegen bleiben könnten. So erklärt sich, weshalb in Deutschland derzeit nur etwas mehr als 7.000 Elektrofahrzeuge zugelassen sind. Die Kritik über die Reichweite hinaus wiegt schwer: Entweder, so die Überzeugung vieler Verbraucher, sind die Fahrzeuge zu klein oder zu langsam. Oder sie sind zu kostspielig in der Anschaffung. Neue Modelle wie der BMW i3 sollen zumindest das Problem der zu geringen Reichweite lösen, wie es beim bayerischen Autobauer heißt. Auch andere Hersteller sagen dem Problem verstärkt den Kampf an – etwa durch den Einsatz von Karbon als Werkstoff. So soll für die Kompensation der schwergewichtigen Batterien im E-Auto gesorgt werden. Auch sollen Käufer zunehmend mehr Auto für den noch immer recht hohen Preis bekommen. Etwa in Form deutlich langlebigerer Batterien, effizienterer Klimaanlagen und natürlich höherer Maximalgeschwindigkeiten. Allein bei BMW werden derzeit rund 3.000 Mitarbeiter im Bereich Elektromobilität beschäftigt.

Traum von besseren Reichweiten soll bald real werden

Innovativ will man auch bei der Aufladung vorgehen. So soll sowohl das „Tanken“ an der normalen Steckdose daheim als auch an der öffentlichen Säule sowie an Schnellladestationen möglich sein. Die Batterien sollen zukünftig viel schneller einsetzbar sein als momentan noch. Hinzu kommt, dass die Branche – zumindest in Europa – verstärkt an einheitlichen Standards für die Batterie-Aufladung arbeitet. Schon bald sollen die „Stromer“ Strecken von weit mehr als 300 Kilometern ohne erneute Aufladung zurücklegen können. Dafür sorgen die internationalen Bemühungen der Autokonzerne, die ebenso damit beschäftigt sind, neben Kabel- und Stecker-Aufladungen das Betanken per Induktion zu ermöglichen. Dies könnte schon bald eine flächendeckende Versorgung über das normale Tankstellennetz hinaus vergleichsweise günstig garantieren. Zum Beispiel an Parkplätzen auf den Autobahnen.

Gerade bei den Speicherkapazitäten der verwendeten Batterie-Systeme aber gibt es, das geben auch die Entwickler zu, noch einiges zu tun, um die angestrebten besseren Reichweiten Realität werden zu lassen.

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